Bei Cotesa schrumpft die Belegschaft auf die Hälfte

Vom Stellenabbau beim Mittweidaer Flugzeugteilehersteller sind vor allem befristet Beschäftigte betroffen. Mit den verbleibenden 370 Arbeitsplätzen ist laut Geschäftsleitung der Erhalt des Unternehmens gesichert.

Mittweida.

Der im Mai öffentlich angekündigte Personalabbau bei dem auf Faserverbundwerkstoffe spezialisierten Flugzeug- und Autoteilehersteller Cotesa ist mit deutlich weniger betriebsbedingten Kündigungen verbunden, als erwartet. Damals hatte die Cotesa-Geschäftsführung den Abbau von 200 der rund 800 Arbeitsplätze angekündigt. Nun sind nach Angaben von Cotesa-Geschäftsführer Steffen Kress 41 Mitarbeiter von betriebsbedingten Kündigungen betroffen.

Für diese Beschäftigten sei zudem in Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall ein Paket geschnürt worden, welches neben Einmalzahlungen auch den Wechsel in eine von Cotesa mitfinanzierte Transfergesellschaft vorsieht. Ziel sei es, die betroffenen Mitarbeiter in einem Zeitraum bis zu einem Jahr in der Gesellschaft zu qualifizieren und auf einen Arbeitsplatzwechsel vorzubereiten.

Dennoch schrumpft die Belegschaft an den beiden Standorten in Mittweida und Mochau (bei Döbeln) in größerem Umfang auf jetzt 370 Arbeitsplätze und damit nahezu auf etwa die Hälfte der bisherigen Größe. Das wurde laut Geschäftsführer Kress durch das Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen sowie Zeitverträgen und durch ein sogenanntes Freiwilligenprogramm erreicht. Bei letzterem seien Mitarbeiter freiwillig aus dem Unternehmen ausgeschieden und hätten Stellen bei anderen Arbeitgebern gefunden. Nach Angaben von Geschäftsführer Kress habe Cotesa vor dem Stellenabbau noch rund 750 Mitarbeiter einschließlich Leiharbeitnehmer und Zeitarbeiter beschäftigt. Zuerst habe man sich von rund 170 Leiharbeitskräften getrennt.

Das bestätigte Betriebsratschef Jens Haubold. Zudem seien die befristeten Verträge mit rund 70 Beschäftigten nicht verlängert worden. Weitere 72 Mitarbeiter hätten in dem Freiwilligenprogramm mit Abfindungsangeboten selbst gekündigt oder seien mit Aufhebungsverträgen aus der Cotesa ausgeschieden. Für die von Kündigung betroffenen Mitarbeiter habe die Arbeitnehmervertretung in den fünfmonatigen Verhandlungen um eine sozial verträgliche Lösung gerungen. "Wir haben es dem Arbeitgeber nicht leicht gemacht, ursprünglich sollte es schon Ende Juni die ersten Entlassungen geben", sagte Haubold. Ziel des Betriebsrates sei es gewesen, betriebsbedingte Kündigungen weitgehend zu verhindern. Nach der Prüfung der wirtschaftlichen Daten des Unternehmens hätten Gewerkschaft und Betriebsrat keinen Zweifel gehabt, dass sich Cotesa in einer wirtschaftliche Schieflage befand, bei der der Stellenabbau unumgänglich erschien. Wichtig sei, dass dennoch 370 Arbeitsplätze erhalten bleiben und sich der chinesische Hauptgesellschafter zum Erhalt der Standorte in Mittweida und Mochau bekannt habe.

Die Cotesa-Geschäftsleitung hatte die Entscheidung zum Personalabbau unter anderem mit einem Einbruch bei Aufträgen durch Großkunden wie Airbus begründet. So hatte Airbus angekündigt, dass die Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 im Jahr 2021 eingestellt wird. Umsatzrückgänge auch im Bereich der Automobilindustrie hatten zu der wirtschaftlichen Schieflage geführt. Nun sei Cotesa "zukunftssicher" aufgestellt, sagte Geschäftsführer Kress. Die Grundlage für eine erfolgreiche Neuausrichtung der Firma sei gelegt.

Der chinesische Mehrheitsgesellschafter AT & M unterstütze Cotesa finanziell in dem Restrukturierungsprozess. Cotesa bleibe Lieferant für die Flugzeughersteller Airbus und Boeing sowie für hochwertige Sportwagen.

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