"Beim Zeichnen spürte ich innere Befreiung"

Hobbymalerin Gertraud Hentschel aus Frankenberg feiert im September ihren 90. Geburtstag. Ob sie noch einmal ausstellen wird, lässt sie offen.

Frankenberg.

Den Weg zu ihrer Wohnung zieren Bilder. Ihre Wohnung selbst auch. An die 100 Arbeiten, vor allem Motive aus der Natur, hat Gertraud Hentschel im Laufe ihres Lebens mit Pinsel und Farbe festgehalten. In wenigen Wochen feiert die Hobbykünstlerin ihren 90. Geburtstag.

Ihr Talent hat sie früh entdeckt. "Die Malerei ist mir in die Wiege gelegt worden", sagt die Neu-Frankenbergerin. Dies habe sich schon in ihrer Schulzeit während des Krieges gezeigt. "Wir waren 41 Mädchen in der Mittelschulklasse. Von denen habe ich die beste Arbeit gezeichnet", ist Hentschel noch heute stolz. Ausgestellt hat die gebürtige Chemnitzerin ihre Werke bereits an verschiedenen Orten. Nachdem sie vor sechs Jahren nach Frankenberg gezogen war, habe sie mit Unterstützung von Winfried Hacker, einem Frankenberger Maler, eine Ausstellung in der hiesigen Kirche gestaltet. "Ich habe meine Arbeiten auch auf der Badergasse in einem denkmalgeschützten Haus bei Falk Uwe Langer und in einem Hotel in Lichtenwalde präsentiert", berichtet die 89-Jährige. Insgesamt habe sie um die 60Werke zur Schau gestellt.


Obwohl es die eine oder andere Anfrage gegeben habe, hat Gertraud Hentschel kaum eines ihrer Bilder verkauft. "Ich hänge an meinen Bildern. Dies sind Erinnerungen", sagt die Malerin. Zeichnen war für sie ein erfüllendes Hobby. "Dabei spürte ich eine innere Befreiung. Ich fühlte, ich bringe etwas Schönes zustande, was nicht jeder kann und mir Aufwind gibt", sagt sie. Viele ihrer Arbeiten habe sie verschenkt. Ganz der Malerei hat sie sich jedoch nicht gewidmet. "Erst seit ich in Rente bin, habe ich so richtig damit begonnen", erzählt sie. Unterstützung erhielt sie von ihrem Mann. "Er meinte, dass ich Blumen malen soll", erklärt Hentschel.

Heute malt sie keine Bilder mehr, aber die Kunst hat Gertraud Hentschel nicht aufgegeben. "Nun fertige ich eher Figuren aus Ton an", berichtet sie. Neben Eulen und einem Eichhörnchen entstand unter ihren Händen auch die Nofretete. "Das schönste aber sind mein Eichhörnchen und ein Haus, das viel Arbeit gekostet hat", so die 89-Jährige. Viele Figuren und Gefäße stünden bei ihren Töchtern im Garten. "Ich freue mich, was meine Hände so fertigbringen", sagt sie abschließend. Ob sie ihre Bilder noch einmal ausstellen wird, ließ Gertraud Hentschel offen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...