Blütezeit für den Dahlienhandel

Petrus hatte Pflanzwetter organisiert. Dabei müssen die Dahlien, die am Samstag in Frankenberg trotz Regens reihenweise ihre Besitzer wechselten, über den Winter ruhen.

Frankenberg.

Nach dem Ende der Landesgartenschau in Frankenberg wird das Gelände nach einem eigens geplanten Ablauf zurückgebaut. Dazu gehörte auch das Ausgraben der Dahlien. Rund 85 Sorten wurden am Samstag nun in Frankenberg verkauft. Schon zehn Minuten vor Verkaufsbeginn bildete sich in der Badstraße eine Schlange von rund 25 Personen. Viele der Angereisten wollten sich ein Stück Landesgartenschau sichern, damit es auf der eigenen Scholle weiterleben kann.

"Hauptsächlich verkaufen wir die Dahlien, wovon wir noch circa 1000 Stück haben", erklärte Jochen Heinz, Geschäftsführer der Landesgartenschau. "Einen Ansturm gibt es jedes Mal", so Heinz weiter. Schon in der ersten halben Stunde waren circa 150 Käufer zum Erwerb der Gewächse vor Ort. Die Dahlien stammten von der 8. Sächsischen Landesgartenschau, die vom 20. April bis 6. Oktober in Frankenberg stattgefunden hat. Mit über 410.000 Besuchern war diese gut besucht. "Insgesamt bin ich zufrieden. Es steht und fällt mit dem Wetter. Wir haben ein positives Ergebnis erzielen können", so Jochen Heinz.

Neben den Dahlien waren auch Buchsbäume, Schmucklilien und Gehölze im Angebot. Volle Beutel und Körbe bei den Kunden kündeten davon, dass das Angebot gut angenommen wurde. Dabei waren die Pflanzen aber keine Schnäppchen, sondern gingen zu marktüblichen Preisen über den Tresen. Verschleudert wurde hier nichts, wie manche in der Schlange befürchteten. Schließlich hat alleine die Durchführung der Landesgartenschau 5,3 Millionen Euro gekostet. Und wenigstens eine schwarze Null sollte unterm Strich schon herauskommen.

Für das Gartenfestival kamen circa 500 Bäume, 15.000 Sträucher, und rund 3000 Rosen in die Böden der beiden Areale im Zschopautal und im Mühlbach. Auch um 10.000 Stauden, dieselbe Anzahl Heidepflanzen und insgesamt 150.000 Blumenzwiebeln kümmerten sich die Gartenexperten. Im Frühjahr und im Sommer konnten sich die Besucher an insgesamt 130.000 Blumen erfreuen.

Neben den sieben Themengärten punktete die Landesgartenschau auch noch mit einem Pharmazeutischen, dem Rhododendrongarten, Stein- sowie Naturgarten. Damit das Gartenfestival keine Eintagsfliege wird, sondern sich tatsächlich nachhaltig auf die Stadtentwicklung auswirken kann, bleiben viele der Anlagen erhalten und stehen Bewohnern der Stadt und ihren Besuchern dauerhaft zur Verfügung. Dazu gehören vor allem die Anpflanzungen rund um das in der Blumenhalle entstehende neue Museum Zeit-Werk-Statt, darunter der Garten der Giganten mit den Großstauden, die Rhododendren und der Naturgarten. Auch das Pharmazeutische Grün, Heide- und Liliengarten bleiben als Daueranlagen erhalten.

Eine Sorte Pflanzen konnte am Samstag nicht an den Mann und an die Frau gebracht werden: Orchideen. 150 Exemplare wurden bekanntlich im Mai aus den Paradiesgärten im Mühlbachtal gestohlen. Dass einzelne Pflanzen abhanden kommen, war Jochen Heinz, der bereits alle sächsischen Landesgartenschauen geplant hat, bekannt. Die neue Frankenberger Erfahrung nimmt er nun mit nach Torgau, zur nächsten Landesgartenschau 2022.

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