Blumen pflanzen im Akkord

Der Geringswalder Gärtnermeister Falk Horn lässt auf der Landesgartenschau in Frankenberg Blumen blühen. Die "Freie Presse" begleitet ihn und sein Team durch die Veranstaltung.

Geringswalde/Frankenberg.

Seit 2. April geht es Schlag auf Schlag: Auf dem Gelände der Landesgartenschau tummelt sich eine Heerschar von Handwerkern. Sind doch gerade noch zwei Wochen Zeit für den Feinschliff vor der Eröffnung am Ostersamstag. Und der Geringswalder Gärtnermeister Falk Horn mit seinem fünfköpfigen Team ist mittendrin. Jetzt muss die Ergänzungspflanzung in die Erde: etliche tausend Primeln, Stiefmütterchen und Tausendschön. "Die Kunst dabei ist, einen in sich stimmigen Eindruck entstehen zu lassen", sagt Horn zum hohen Anspruch der Schau.

Jede Transportkiste ist akribisch beschriftet. Etiketten verzeichnen Sorte, Farbe und künftigen Standort in einem der zahllosen Beete rund um die Blumenhalle. Dort dirigiert Gerd Walther als einer der Landschaftsgestalter das Anlegen von Einfassungen der Beete und gekiesten Wegen, die Besucher ganz nah und ohne störende Barrieren mitten in die Blütenpracht hineinführen werden. Walther hofft auf eine Witterung, die ein zügiges Arbeiten ermöglicht. Zugleich behalten Landschaftsgestalter und Gärtner das Thermometer im Auge. Sinkt nachts die Temperatur bedenklich ab, leistet schützendes Vlies gute Dienste. Beide Fachleute sind sich einig: "Ideal sind Tage bis zur Eröffnung, die etwas kühl und mit bedecktem Himmel ausfallen."

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Horn und seine Leute konnten die Tage kaum hochschauen. Gepflanzt wurde faktisch im Akkord. Aber die Stimmung steigt. Und auch die Aufregung. "Der Frühling mit seinen tausend Farben wird eine Augenweide sein", ist sich der Fachmann sicher. Allerdings sei die konzertierte Aktion der vergangenen Woche nur zu stemmen gewesen, weil Ehefrau Ines und Mitarbeiterin Steffi Georgi im Ladengeschäft die Stellung gehalten hätten. Denn dort gingen derzeit auch die Frühblüher in Mengen raus. Und immer öfter herrsche am Verkaufstresen im Geschäft an der Waldstraße euphorische Stimmung. "Mit Blick auf die Schau in Frankenberg ist echtes Interesse da", schildert Horn. "Die Geringswalder warten ungeduldig, dass es nun endlich losgeht." Und Kaiserkronen wie auch Narzissen gleich rechts vom Haupteingang zum Gelände stehen prächtig. Ein Fakt, der auch Horn euphorisch stimmt. Neben den finalen Handgriffen, die auf dem Gelände der Landesgartenschau noch anliegen, laufen im Hintergrund an der Waldstraße die Vorbereitungen für die Sommerbepflanzung. So wurden dieser Tage 30 Rotblättrige Zierbananen aus Großbritannien geliefert. Die fühlen sich im Gewächshaus bei komfortablen 20 Grad wohl, bis es Anfang Juni auf die Frankenberger Wechselflurflächen geht.

Zugleich muss Falk Horn 60 Colocasia abschreiben. Die prächtigen Teichpflanzen mit exotischem Aussehen hatten bei fünf bis sechs Grad im Treibhaus überwintert, bis sie im parkähnlich gestalteten Mühlbachtal, das zum Gartenschaugelände gehört, gepflanzt werden sollten. "Das ist nicht gelungen. Als es ans Ausgraben ging, mussten wir feststellen, dass sich die Knollen bereits in Auflösung befanden." Das Los des Gärtners, kommentiert Horn trocken. Nicht alles könne gelingen.


Tipp: Mit Pressekarte günstiger

Alle Veranstaltungen im Bereich der Landesgartenschau an zwei Bühnenstandorten sind im regulären Ticketpreis kostenfrei enthalten, so auch die Auftritte von Firebirds (22. April), Rudy Giovannini (12. Mai), Frank Schöbel (4. August) und Gerhard Schöne (11. August).

Einzige Ausnahme bildet die Sonderveranstaltung "Leuchtende Gärten" im Mühlbachtal vom 20. September bis 5. Oktober.

Der Eintritt für Erwachsene kostet 16 Euro, mit Pressekarte der "Freien Presse" 15 Euro. Erwachsene können damit eine beliebige Anzahl eigener Kinder oder Enkel bis einschließlich 17 Jahre kostenfrei mitnehmen. Tickets sind in allen "Freie Presse"-Shops erhältlich.

Weitere Beiträge im Internet. www.freiepresse.de/laga2019


Falk Horns Gartentipp

"Jeder gute Gärtner hat zu jeder Jahreszeit im Garten etwas zu tun." Davon ist der Geringswalder Gärtnermeister Falk Horn überzeugt. Für Hobby-Gärtner hat er viele Tipps parat. Im April: Winterweibchen der Roten Spinne vertreiben.

"Um reiche Erträge bei Gurke, Paprika oder Tomate zu erzielen, sollten Kleingärtner jetzt ihr Gewächshaus auf Vordermann bringen, rät Gärtnermeister Falk Horn. "Um Schädlingen kein Quartier zu bieten, sollte das Treibhaus zunächst völlig frei von Pflanzen sein. Außerdem ist eine Entschwefelung zu empfehlen, um etwa die Winterweibchen der Roten Spinne zu vertreiben." Dabei hätten sich im Fachhandel erhältliche Schwefelfäden oder -schnitten bewährt, die angezündet würden und durch die Freigabe von Schwefeldioxid das Treibhaus schädlingsfrei machten.

Nützlich sei zudem ein Bodenaustausch im Zweijahresturnus. "Mistpackungen lassen Pflanzen gut gedeihen", so Horn weiter. So entwickle etwa Pferdedung unter einer etwa zehn Zentimeter starken Deckschicht aus Erde Verrottungswärme und diene als Nährstoffquelle. Das helfe, Mineraldünger einzusparen.

"Und nicht zu vergessen: Für gute Belüftungsmöglichkeiten und Schatten mittels Matten oder Anstrichen sorgen, damit die Früchte nicht verbrennen." Denn noch wisse man nicht, ob es Hobbygärtner mit einer Wiederholung der extrem sommerlichen Verhältnisse vom Vorjahr zu tun bekommen. (grün)

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