Bodenschätze sollen ab 2020 Industriemuseum bereichern

Die Dauerausstellung wird umgestaltet. Im Mittelpunkt steht künftig der Bergbau und ein derzeit viel diskutiertes Thema.

Chemnitz.

Welche Materialien stecken in einer Funktionsjacke? Polyamid und Polyester stehen unter anderem auf dem kleinen Schildchen im Inneren. Doch welche Mineralien werden für die Herstellung benötigt? Und welchen Weg gehen sie, bis das wind- und kälteabweisende Stück im Geschäft erworben werden kann? Diese und weitere Fragen sollen ab dem Frühjahr im Chemnitzer Industriemuseum beantwortet werden.

"Wir möchten Rohstoffe in den Fokus rücken und ihren Weg zeigen, bis sie in Alltagsgegenständen wieder auftauchen", sagte die Gestalterin Sandy Rothe, die maßgeblich am Projekt mit dem Industriemuseum zusammenarbeitet. Unter dem Titel "Rohstoffe sind Zukunft" soll ab Ende April kommenden Jahres die überarbeitete Dauerausstellung des Museums zu sehen sein. Für die Umbauarbeiten soll das Industriemuseum ab Januar vier Monate geschlossen bleiben, so Museumsleiter Oliver Brehm.

Im Eingangsbereich sollen Wände mit "großen, authentischen Bildern" aufgestellt werden, die in das Thema Bergbau einführen, kündigt Rothe an. Neben Exponaten und Wissenswertem soll es auch Stationen zum Ausprobieren geben. Zu testen gebe es dabei beispielsweise einen "Heißen Draht", an dem Besucher ihr Geschick ausprobieren können. Auch der Uranbergbau der Wismut soll Thema der Ausstellung werden und Uranglasgeschirr zum Untersuchen bieten. Das Besondere daran: Das Material fluoresziert unter Schwarzlicht, weil es eine Uranoxidverbindung als Farbstoff enthält. Diese verleiht dieser Glasart seine markante hellgrüne Farbe. Wie das genau aussieht sowie den Unterschied zu normalem grünen Glas, könnten sich die Besucher im Detail anschauen.

Des Weiteren sollen altmodische Geräte wie Schreibmaschine, Abakus und Rechenschieber ausgestellt werden und zum Testen bereitstehen. Das ist besonders für Kinder interessant, die heute nicht mehr mit den Geräten aufwachsen, sagte Rothe. Der Höhepunkt solle die Darstellung der Materialien in Handys sein. "Wir möchten zeigen, woher die Rohstoffe kommen, wie sie verarbeitet werden und wie eine ökologische Entsorgung und Wiederverwertung aussieht", so Rothe.

Damit soll auch der Klimaschutz Thema der neuen Dauerausstellung werden. Es soll einen Appell für Nachhaltigkeit geben und es sollen grüne Alternativen für die Zukunft gezeigt werden, sagte Brehm. Als Beispiel nannte er dabei den Handykonsum der Gesellschaft: "Braucht man wirklich alle drei Jahre ein neues Handy oder reicht es nicht auch, wenn man es fünf bis zehn Jahre behält?" In der Ausstellung sollen somit auch Lösungsansätze für die Rohstoffknappheit geboten werden.

Gefördert und unterstützt wird der Umbau durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) und das Sächsische Oberbergamt.

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