Chaos auf Straßen im Kreis bleibt aus

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Die Straßenmeistereien sind derzeit rund um die Uhr in Zwölf-Stunden-Schichten unterwegs. Noch reicht das Salz, aber es gibt auch Probleme mit Fahrzeugen.

Hainichen.

Während anderenorts Schneefall und eisige Temperaturen den Verkehr auf Straßen und Schiene ausbremsten, blieben die meisten Trassen in der Region Mittweida befahrbar. Christoph Richter, Leiter der Straßenmeisterei in Hainichen, verkündete am Montagmittag, dass keine wichtige Straße gesperrt ist. Auch über Nacht habe man die Befahrbarkeit gewährleisten können. Die Mitarbeiter schieben Zwölf-Stundenschichten, Beginn sei 3 Uhr nachts und 15 Uhr am Nachmittag.

Richter: "Der entscheidende Faktor ist für uns der Wind." Der flaute am Nachmittag ab, sorgte aber weiter für Verwehungen. Die größten Probleme habe man auf der Kreisstraße zwischen Hausdorf und Oederan sowie auf der Staatsstraße 34 zwischen Edeka-Großlager und Etzdorf. In diesem Bereich werde deshalb eine Schneefräse eingesetzt.

Richters größter Ärger: Zwei Fahrzeuge fallen aus. Ein Auto ist zur Durchsicht. Zudem muss ein Unimog in die Werkstatt. "Das Fahrzeug hat am Montagmorgen eine Kreuzung in Frankenberg freigeschoben", erläutert Richter. Dort sei ein Pkw in das Vorderrad des Räumfahrzeugs gekracht. Der Unimog müsse abgeschleppt werden. Probleme gab es stellenweise durch liegengebliebene Lkw, die Straßen blockierten.

Nach Angaben des Landkreises sind alle sechs Straßenmeistereien im Einsatz. Von Sonntagmorgen bis Montagmorgen wurden rund 600Tonnen Salz verbraucht. In Summe für die Saison sind es bereits mehr als 11.300 Tonnen. Im Einsatz seien 140 Mitarbeiter, 56 Fahrzeuge, darunter 32 Autos von beauftragten Fremdfirmen. Der Landkreis ist zuständig für ein Netz an Bundes-, Staats- und Kreisstraßen mit einer Länge von rund 1600 Kilometer. Für den Bauhof in Hainichen hat der Dienst am Montag, 5 Uhr begonnen, um Gehwege und Plätze vom Schnee zu befreien. "Bahnhof und Schulzentrum haben Priorität", so Bauhofleiter Sandro Weiß. Den Winterdienst auf Hainichens Straßen erledigen private Firmen. OB Dieter Greysinger (SPD): "Außer zwei festgefahrenen Fahrzeugen am Sonntagabend auf der Pflaumenallee sind mir keine weiteren ernsthaften Probleme bekannt." Deshalb seien die Pflaumenallee so wie der Berg der Ottendorfer Straße vorsorglich gesperrt worden. Teile des Großparkplatzes an der Oederaner Straße seien freigeschoben worden, ebenso die Parkplätze an der ÖPNV-Schnittstelle am Busbahnhof. Parkplätze im Stadtzentrum wurden vom Schnee beräumt. Ein großflächiges Abfahren des Schnees sei aktuell nicht geplant. Auch in Mittweida ist das vorerst nicht nötig, so René Schröter vom Bauhof. Doch wenn sich der Schnee in der Innenstadt weiter auftürme, werde man ihn zum Schützenplatz abtransportieren. Den Zugverkehr hat das Schneechaos am Montag im Landkreis teilweise lahmgelegt. Wie Falk Ester, Pressesprecher der City-Bahn Chemnitz, erklärte, bedienten die Linien C13 und C14 bis zum Nachmittag nur das Chemnitzer Stadtgebiet, nicht aber die Strecken von Chemnitz Hauptbahnhof bis Burgstädt beziehungsweise Mittweida. Die Strecken seien vom Besitzer DB Netz gesperrt worden. Grund waren laut Ester nicht ausreichend funktionierende Weichenheizungen. Die Linie C15 von Chemnitz über Frankenberg nach Hainichen war von den Problemen nicht betroffen.

Auf den Linien der Mitteldeutschen Regiobahn kam es zu Verspätungen und Ausfällen. Wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilte, fielen die Regionalexpresslinie RE 6 zwischen Chemnitz und Leipzig sowie die Regionalbahnlinie RB 110 zwischen Döbeln und Leipzig ganztägig aus, weil aufgrund von Schneeverwehungen die Strecken nicht befahrbar waren. Ein Ersatzverkehr mit Bussen sei auf beiden Linien nicht möglich gewesen, da die Situation auf den Straßen nicht viel besser ausgesehen habe. Witterungsbedingte Verspätungen gab es auf den Linien RE 3, von Dresden über Chemnitz nach Hof, RE 30 von Dresden über Chemnitz nach Zwickau, sowie RB 45 von Chemnitz über Mittweida bis Elsterwerda. Für das Busunternehmen Regiobus Mittelsachsen ist die Wetterlage eine "besondere Herausforderung", wie Geschäftsführer Michael Tanne erklärte. Aber: Alle Busse seien am Montagmorgen pünktlich von den Betriebshöfen gestartet. Das Unternehmen habe alle Linien bedienen können, im Laufe des Morgens habe es wegen der Witterungs- und Straßenverhältnisse allerdings Verspätungen gegeben. Wenige Dörfer oder Ortsteile, unter anderem bei Frauenstein und Leisnig, konnten auf der ersten Fahrt wegen noch nicht geräumter Straßen nicht bedient werden. In den Stadtverkehren seien wegen Verspätungen in Einzelfällen Touren ausgesetzt worden. Auf einer Fahrt von Mittweida Richtung Frankenberg gegen 6.30 Uhr rutschte laut Tanne ein Bus ohne Fahrgäste in den Straßengraben und musste geborgen werden. Durch den Unfall sei eine Fahrt der Schülerlinie 615 zwischen Oberlichtenau und Frankenberg sowie die anschließende Linie 640 von Hainichen über Roßwein zurück nach Hainichen ausgefallen. Im Impfzentrum des Landkreises in Mittweida hatte die Witterung kaum Einfluss auf den Ablauf. Laut René Illig vom DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen hat es am Montag nur wenige Terminabsagen gegeben, einige Leute kamen nicht pünktlich, "aber da sind wir flexibel", so Illig. Einen für Montag geplanten Einsatz des mobilen Impfteams in einem Altenpflegeheim der Freiberger Region habe man auf Dienstag verschieben müssen, weil das medizinische Personal nicht zum Heim gekommen sei. (mit jl)

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