Countdown zur "Trennung frei Haus" läuft auf Hochtouren

Sie sind ein Mann und möchten wissen, wie Sie unkompliziert eine Liebesbeziehung beenden können, ohne das selbst zu erledigen? Dann sollten Sie hier weiterlesen. Frauen natürlich auch.

Augustusburg.

Nur wenig Zeit ist es bis zur Premiere, doch zufrieden ist die Schauspiel-Crew des Schlosstheaters Augustusburg noch nicht. Seit sechs Wochen proben Andreas Unglaub und Anna Silke Röder am neuen Stück "Trennung frei Haus". Das ist nicht einfach, da an den Wochenenden der normale Theaterbetrieb mit seinen Vorstellungen weiterläuft. Die Komödie des französischen Regisseurs und Autors Tristan Petitgirard ist ein Dreipersonenstück und damit nach der "Wunderübung" das zweite Stück, in dem neben Unglaub und Röder ein weiterer Schauspieler agiert.

"Wir haben uns bewusst für eine Dreiecksbeziehung entschieden, um unsere Aufführungen abwechslungsreich zu gestalten", begründet Andreas Unglaub die Wahl. "Es ist eine zeitgenössische Komödie, die mich in ihrer Dramaturgie an den großartigen Klassiker Molière erinnert."

In "Trennung frei Haus" geht es darum, wie ein Mann problemlos und unkompliziert eine Liebesbeziehung beenden kann, ohne das selbst zu erledigen. Also engagiert er eine Trennungsagentur. "Diesen Service gibt es wirklich in den USA. Es ist traurig, dass die Menschen nicht mehr zusammen sprechen, sondern es Dienstleistern überlassen", meint Anna Silke Röder und verrät weiter schmunzelnd, dass die Auflösung der Beziehung völlig anders, als vom Zuschauer erwartet, daherkommt. Mit dem Wiener Schauspieler Ronald Kuste verstärkt ein weiterer Theaterprofi das kleine Ensemble. Nun liegt Österreich nicht um die Ecke, und Augustusburg ist nicht die Wiener Volksoper, an der Kuste neben mehreren Freien Theatern gastiert.

"Ronald und ich sind alte Kommilitonen, haben an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig studiert. Bei der Suche nach dem dritten Darsteller habe ich mich an ihn erinnert und ihm das Textbuch geschickt. Er hat ziemlich schnell zugesagt", erklärt Andreas Unglaub. Dennoch dauerte es eineinhalb Jahre, bis die Termine der drei Schauspieler überein passten und die Proben beginnen konnten.

Ronald Kuste ist gebürtiger Dresdner, der vor 25 Jahren in Österreich seine Wahlheimat gefunden hat. Zu seinen bekanntesten Bühnenrollen gehören unter anderem der Mercutio in "Romeo und Julia" oder die Vogelscheuche in "Der Zauberer von Oz". Auch er musste sich erst an die ungewohnte Konstellation im Schlosstheater gewöhnen: "Wir setzen uns mit dem Stück auseinander, und jeder möchte eigene Gedanken einbringen. Das kann bei drei Schauspielern schwierig sein. Aber wir gehen mit Spaß, wenn auch mit unterschiedlichem Humor, an die Sache", meint er gelassen. Unglaub ergänzt, dass es nicht so einfach sei, die Einfälle zu sortieren, aber letztlich habe er als Regisseur das entscheidende Wort. Jetzt hieße es, "das Eckige rund zu machen".

Auf dem Spielplan stehen vorerst zehn Vorstellungen. Weitere Aufführungen hängen von den Terminverpflichtungen Kustes in Wien ab.

Die Premiere am 7. September 2018 ist bereits ausverkauft. Karten im September gibt es noch für den 8., 14. und 15. September, jeweils 19 Uhr. Karten für 15 Euro gibt es im Vorverkauf unter Telefon 037291 69254. www.schlosstheater-augustusburg.de

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