Damit Kindergartenfreunde zusammenbleiben

Kinder aus Oberrossau sollen künftig in Seifersbach eingeschult werden. Die Grünlichtenberger Einrichtung ist dadurch aber nicht gefährdet. Vor allem den Eltern soll mit der Entscheidung entgegengekommen werden.

Rossau.

Die Seifersbacher Grundschule bleibt in öffentlicher Trägerschaft und tritt dem Kooperationsverbund Mittweida-Rochlitz bei, der Bestandteil der Schulnetzplanung des Landkreises Mittelsachsen ist. Darüber waren sich die Rossauer Gemeinderäte zur Sitzung am Montagabend einig.

Für ihre erste Tagung in der Coronakrise hatte sich das Gremium bei Einhaltung der Hygieneregeln in der Turnhalle in Seifersdorf getroffen. Im April war die Tagung entfallen. Jetzt stellten die Gemeinderäte die Weichen für die Zukunft der Seifersbacher Einrichtung. So sollen Kinder aus Oberrossau ab 2021 in Seifersbach eingeschult werden. Bisher besuchen sie wie auch die Grundschüler aus Moosheim und Greifendorf die Schule im Kriebsteiner Ortsteil Grünlichtenberg.

Die Räte sprachen sich dafür aus, die Zweckvereinbarung mit dem Nachbarort entsprechend zu ändern. Somit soll die Mitnutzung der Kriebsteiner Schule ab dem Schuljahr 2021/22 auf Moosheim und Greifendorf beschränkt werden. Der Schulbezirk für die Rossauer Einrichtung soll um das Territorium in Oberrossau erweitert werden. "Eltern aus Oberrossau haben oft bemängelt, dass ihre Kinder nach dem Ende der Kindergartenzeit von einem Teil ihrer dort gewonnenen Freunde getrennt werden, weil die Einschulung an verschiedenen Orten erfolgt", begründete Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos). Ursprünglich sollte die Aufteilung der Schüler dem Erhalt der Einrichtungen in beiden Orten dienen. Doch mit steigenden Schülerzahlen haben die Eltern laut Gottwald gefordert, die Regelung zu überdenken. Einige Gemeinderäte verwiesen zudem darauf, dass die Kapazität der Grundschule in Grünlichtenberg fast erschöpft sei, die Schule in Seifersbach hingegen noch Reserven habe.

Aktuell lernen 80 Mädchen und Jungen in Seifersbach. Pro Klasse sind es zwischen 17 und 24 Schüler. Laut Gottwald bringt die Änderung künftig pro Jahrgang etwa vier bis sechs zusätzliche Anmeldungen im Ort. Er rechne dadurch künftig mit Klassenstärken von 24 bis 28 Schülern. Durchschnittlich etwa acht Kinder aus den Ortsteilen Moosheim und Greifendorf würden weiterhin die für sie näher gelegene Schule in Grünlichtenberg besuchen. Damit bleibe diese Schule ebenfalls gut ausgelastet und könne erhalten werden, so Gottwald.

Die Kriebsteiner Räte hatten der geänderten Zweckvereinbarung bereits zugestimmt. Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler Kriebstein) bestätigte, dass der Bestand beider Schulen sichergestellt ist. Derzeit und im kommenden Schuljahr werden wie bisher zusätzlich Kinder aus Oberrossau in Kriebstein unterrichtet. Nach der Änderung soll es laut Euchler nur für Geschwisterkinder möglich bleiben.

Die Mitarbeit in einem Kooperationsverbund, wie ihn der Schulnetzplan des Landkreises Mittelsachsen vorsieht, diene in beiden Orten dem Erhalt der Grundschulen, bestätigten die Räte. In jedem Verbund sollen mehrere Einrichtungen aus der Region zusammenarbeiten. Laut Landkreissprecher André Kaiser würde derzeit der Entwurf mit den Schulträgern sowie mit Schulnetzplanern angrenzender Regionen abgestimmt. Danach soll der Plan in diesem Jahr final im Kreistag behandelt werden. Vorher beschließen die Stadt- und Gemeinderäte sowie die Kreisräte jeweils für ihre Schulen in öffentlicher Trägerschaft, ob diese fortgeführt werden und Kooperationen eingehen.

Das sächsische Kultusministerium will über diese Kooperationsverbünde zugleich die Inklusion fördern. Mädchen und Jungen mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Behinderung sollen mehr Möglichkeiten bekommen, mit Gleichaltrigen ohne Handicaps gemeinsam in den Einrichtungen zu lernen. Auf Anfrage von "Freie Presse" erklärte Gottwald, es sei nicht vorgesehen, in Rossau eine Schule mit Förderschwerpunkt zu schaffen. Zwar soll auch im Verbundraum, zu dem die Gemeinde gehört, die sonderpädagogische Förderung und der inklusive Unterricht in allen Förderschwerpunkten mit zumutbaren Schulwegen gesichert werden. "Unsere Schule ist aber zu klein, um eine spezielle Förderung für Kinder aus der gesamten Region anzubieten", sagte er. Bislang hat Rossau bereits in den bestehenden Einrichtungen in Einzelfällen die integrative Betreuung ermöglicht. Aktuell sind zwei Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Klassen integriert.

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