Das Wehr ruft: Die "Jukebox" belebt Freisitz an der Zschopau

Die "Fischerschänke" in Sachsenburg ist weiterhin geschlossen. Alternative zum Lokal ist ab nächster Woche ein Biergarten am Fluss. Die Betreiber bringen auch Musik mit.

Sachsenburg.

Für Ausflügler zwischen Frankenberg und Mittweida war das Wehr der Zschopau in Sachsenburg ein beliebtes Ziel, nicht nur weil dort ein Biergarten zum Verweilen einlud. Am Himmelfahrtstag war der Andrang immer besonders groß - bis zu Schließung der Gaststätte "Fischerschänke". Deren Zukunft hat der Stadtrat Ende Juni nach dem Kauf des Objekts für 450.000 Euro in die Hände des Betreibers des Frankenberger Landhotels gelegt. Hotelier Gerhard Blum wird Pächter, zahlt jährlich einen Erbbauzins von 1600 Euro und darf die Gaststätte 30 Jahre lang nutzen.

Für den Biergarten hat sich ein Team gefunden, das erst vor einigen Wochen in der Stadt Fuß gefasst hat. Manuela und Heiko Schack eröffneten vor drei Monaten die kleine Musikkneipe "Jukebox" in der Stadt. Als zweites Standbein kam inzwischen ein Food-Truck, ein nobler Imbisswagen, hinzu. Damit versorgten sie schon Besucher des Stadtfestes, der Landesgartenschau und des Sachsenrings. Der Biergarten in Sachsenburg soll nun das dritte Standbein werden. Am Freitag in einer Woche ist Eröffnung. Dann heißt es dort "Das Wehr ruft".


Bei schönem Wetter soll der Freisitz nicht nur an Wochenenden, sondern auch wochentags geöffnet werden. Dann müsse aber die Kneipe an der Altenhainer Straße geschlossen bleiben. Ein zweites Veranstaltungswochenende mit Livemusik ist für Ende August geplant. Das Areal in Sachsenburg kennt das Paar schon seit einiger Zeit. "Das liegt so optimal am Wasser und unter Bäumen, da muss man doch was machen", sagt Heiko Schack. "Das ist wie ein geschenkter Elfmeter, den muss man einfach mitnehmen."

Das Gelände haben sie auch mithilfe ihrer Eltern schon hergerichtet, zwei Podeste stehen schon. Investiert wurden vor allem Zeit und eigene Arbeitskraft. Eine Holzfläche soll als Bühne für Livemusik dienen. Am Samstag in einer Woche spielt Rat Race, eine Bob-Marley-Coverband. Im Boot ist zudem der junge Frankenberger Verein Kreativwerkstatt, der sich am 27. Juli ab 14 Uhr um die jüngeren Besucher kümmern wird. "Sandkasten, Rutsche, Schaukel und eine Torwand sind hier auch noch geplant", berichtet Heiko Schack. Stimmungsvolles Licht im Biergarten und über dem Wasser ist auch vorgesehen.

Die Verträge mit der Stadt, die die "Fischerschänke" samt Grundstück am 5. Juli erworben hatte, haben die "Jukebox"-Betreiber nun unterschrieben. "Der Biergartenbetrieb wird zu einer weiteren Belebung des derzeit überwiegend leerstehenden Areals beitragen" erklärte Stadtsprecherin Anja Sparmann. Ein Konflikt mit der geplanten Errichtung einer KZ-Gedenkstätte könne nicht abgeleitet werden. Im Saal über dem Lokal soll als Zwischenlösung ein Kommunikations- und Dokumentationszentrum zum früheren Konzentrationslager eingerichtet werden. Die Stadt sehe den Biergarten eher als ein erstes Angebot, diesen Ort zu besuchen und sich dort aufzuhalten. Die Aufnahme des Biergartenbetriebs sei auch mit dem künftigen Nutzer der ehemaligen Gaststätte "Fischerschänke" abgesprochen. "Dieser hat dem Konzept zugestimmt", so Anja Sparmann.

"Die Stadt tritt als Vermieter auf, weil der geplante Erbbaurechtsvertrag mit dem späteren Nutzer noch in der Erarbeitung ist", erläuterte Frankenbergs Beigeordneter Ralf-Peter Regner. "Bis dieser unterzeichnet ist, wird noch einige Zeit vergehen."

Das Wehr ruft: Im Biergarten an der Fischerschänke in Sachsenburg mit Livemusik am 26. und 27. Juli. Der Eintritt ist frei.

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