Dauerausstellung wartet mit besonderer Modelleisenbahn auf

Im Olbernhauer Museum war schon bislang jede Menge rund um die Spielzeug- und Wachsblumenherstellung in der Region zu erfahren. Nun kommt ein Ausstellungsstück hinzu, das es bis Mitte 1980 schon mal so ähnlich gab.

Olbernhau.

Das Hobby Modelleisenbahn begeistert Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt. Die maßstabsgetreuen Miniaturen bringen die Augen von großen und kleinen Eisenbahnfans zum Leuchten. Im Olbernhauer Museum ist jetzt wieder eine solche Anlage im Maßstab 1:87 zu sehen, die zudem noch einen direkten Bezug zur Stadt hat. "In Olbernhau wurden auch Häuser und Waggons für Modellbahnanlagen hergestellt", erinnert Frank Lehmann, Leiter des Olbernhauer Museums.

Produziert wurden die Häuser in der Abteilung Spielwaren des Volkseigenen Betriebes (VEB) Wachsblumenfabrik Olbernhau (Owo), der später in das entstehende Kombinat VEB Vereinigte Erzgebirgische Spielwarenwerke Olbernhau (Vero) integriert wurde, wo ab Ende der 1960er- beziehungsweise Anfang der 1970er-Jahre auch Waggons für Modellbahnen hergestellt wurden. "Bis Mitte der 1980er-Jahre existierte in unserem Museum bereits eine Anlage, auf der Modellbahnzüge rollten und Häuser aus Olbernhau sowie von Auhagen, die im Marienberger Hüttengrund hergestellt wurden, standen", so Frank Lehmann.

Diese in den 1960er-Jahren installierte Bahn war aber verschlissen, wurde abgebaut und Teile davon eingelagert. Die Idee, eine neue Anlage zu Anschauungs- und Demonstrationszwecken in das Museum zu integrieren, entstand 2015. "Leider haben wir die Finanzierung nicht zusammenbekommen. Allerdings erreichte uns 2017 ein privates Angebot, eine rund sechs Quadratmeter große Anlage im Maßstab 1:87 zu kaufen", so Lehmann, der Unterstützung für das Projekt beim Förderverein des Olbernhauer Museums fand. Nach dem Kauf erfolgte der Umbau der Bahn.

Dieser konnte mit Hilfe eines Modellbahnenthusiasten realisiert werden, der allerdings seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. "Wir haben die Anlage konsequent im Stil der 1960er-Jahre gebaut. Auch deshalb, weil sich da gerade der Übergang von Pappe- zu Plastikhäusern vollzog", erläutert Lehmann. Neben den Häusern, die allesamt aus Pappe sind, stammt auch das rollende Material sowie Gleise, Bäume, Trafos etc. aus der damaligen Zeit. "Dabei konnten wir auch auf das eingelagerte Zubehör der ursprünglichen Museumsanlage zurückgreifen", so Lehmann. Die Anlage, deren Umbau jetzt fast komplett abgeschlossen ist, kann ab sofort im ersten Obergeschoß des Olbernhauer Museums angeschaut werden, wo sie die Dauerausstellung zur Vero und der Wachsblumenfabrik ergänzt.

Geöffnet ist das Museum dienstags bis samstags, 10.30 bis 16.30 Uhr sowie sonn- und feiertags, 12 bis 16.30 Uhr. Letzter Einlass ist 16 Uhr.

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