"Der Breitbandausbau ist genauso ein Dauerbrenner"

Ortsvorsteher Rudolf Richter aus Dittersbach über seine Tätigkeit, die Motivierung fürs Ehrenamt und die Wünsche der Dittersbacher

Dittersbach.

Zur Kommunalwahl in Sachsen werden am 26. Mai auch die Ortschaftsräte gewählt. Die "Freie Presse" stellt die Ortsvorsteher und deren Arbeit vor. Heute: Rudolf Richter, Dittersbach.

Ich bin Ortsvorsteher, weil ...

... ich vor knapp zwei Jahrzehnten die Zeit für reif hielt, mich für meinen Heimatort zu engagieren. Gemeinsam mit anderen Einheimischen wollte ich helfen, Dittersbach voranzubringen. Das Dorf bedarf wie andere Ortsteile einer Interessenvertretung bei den städtischen Entscheidungsgremien. Da ist eine Portion Enthusiasmus gefragt. Denn zum einen ist es demotivierend, ohne richtige kommunale Entscheidungsgewalt tätig zu sein. Ein Ja oder Nein zu einem Projekt treffen die Stadträte. Aber wir können Grundlagen schaffen und zu Gehör bringen, Lösungsvorschläge unterbreiten. Da denke ich beispielsweise an Grundstücks- und Bauentscheidungen oder die Ansiedlung von Gewerbebetrieben.

Ohne einen Ortschaftsrat würde Frankenbergs Bürgermeister nicht ...

... die Sicht der Einheimischen aus erster Hand zur Entscheidungsfindung für örtliche Belange erhalten. Die Ortschaftsräte haben den Überblick, sie sind unmittelbare Ansprechpartner, wenn die Mitbürger etwas in Sachen Heimatort bewegt.

Dem Ortschaftsrat ist es in vergangenen Jahren gelungen ...

... für wichtige Entscheidungen zur Gestaltung der Infrastruktur beigetragen zu haben. Ich denke an den Ausbau unseres Bürgerhauses oder das Projekt der Kita-Modernisierung. Wir sehen es als eine Aufgabe, den Gemeinschaftssinn zu stärken. Dazu zählen die Rentnerweihnachtsfeier genauso wie das Dorf- und Feuerwehrfest oder die Kirmes. Es sind zumeist Entscheidungen, die vom nachbarschaftlichen Miteinander bestimmt sind.

Unsere größte Baustelle ist ...

... aktuell Mitstreiter für den Ortschaftsrat zu gewinnen. Unser Gremium, dessen Großteil nach Jahren im Ehrenamt nicht wieder antreten will, sieht es als wichtig an, neue interessierte Dittersbacher zu gewinnen. Mein großes Interesse ist es, einen Nachfolger kompetent in die Aufgabe einzuarbeiten. Hinsichtlich der Ortsgestaltung sehen wir mehrere Aufgaben. Wir wünschen uns, dass das Spielplatzprojekt so realisiert wird, wie es vor geraumer Zeit versprochen worden war. Die derzeitige, aus unserer Sicht zu kleine Lösung am Sportplatz findet nicht die ungeteilte Zustimmung. Auch hoffen wir, dass das Projekt eines Wanderparkplatzes an diesem Standort vorangebracht werden kann. Der Bücherbus des Landkreises sollte wieder monatlich in Dittersbach halten. Der Breitbandausbau ist genauso ein Dauerbrenner, wie wir darauf vertrauen, dass das lang gehegte Projekt der Brücke in Neudörfchen endlich in Angriff genommen wird. hy


Zur Person

Ortsvorsteher ist der parteilose, mit Mandat der CDU gewählte Rudolf Richter seit 2001. Der Ortschaftsrat in Dittersbach zählt sechs Mitglieder. Richter erwägt, am 26. Mai nicht wieder zu kandidieren. Der Rentner ist studierter Diplomingenieur, Familienvater und Opa zweier Enkel. Seit Anfang der 1990er-Jahre in Dittersbach lebend, forscht der 69-Jährige zur Ortsgeschichte, sammelt Zeitdokumente, arbeitet mit an der Chronik. Mit seinen Angehörigen in einem Mehrfamilienhaus lebend, ist dessen schrittweise Modernisierung eine Freizeitaufgabe. Zu seinen Lieblingsplätzen zählt er das unweit des Grundstückes befindliche Lützeltal als Oase im Grünen. (hy)

Bewertung des Artikels: Ø 1 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...