Der Stadtpark im Jahr 2019: Neues Tiergehege und Gärtnerei

Hainichens "grüne Lunge" wird umgestaltet. Was im nächsten Jahr passieren soll, ist im Stadtrat nun beschlossen worden. Das Damwild kann sich schon mal auf mehr Ruhe freuen.

Hainichen.

Der Stadtpark in Hainichen wird in den nächsten Jahren nicht völlig umgekrempelt, die Anlage im Stil eines englischen Landschaftsparkes aber mehr als nur aufgehübscht. Vorgesehen ist, jenen ursprünglichen, parkähnlichen Zustand wieder herzustellen, der das Areal einst vor reichlich 100 Jahren kennzeichnete. In der bereits im März 2016 beschlossenen Parkpflegekonzeption sind verteilt auf zehn Jahre alle Maßnahmen festgeschrieben. Nachdem es in diesem Jahr noch keine größeren Eingriffe ab, sollen 2019 nun gleich zwei Bauabschnitte realisiert werden.

2018 seien laut Bauamtsleiter Thomas Böhme die Maßnahmen am Wildtier- und Entengehege nicht mehr durchgeführt worden, weil es eine Änderung des Förderprogramms gab. Der Park gehört nun zum Gebiet Stadtkern, über das Förderprogramm Städtebau werden die Vorhaben zu zwei Dritteln bezuschusst. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Pläne für nächstes Jahr einstimmig bestätigt.

Wildgehege: Hier erfolgt eine Begrünung und Erneuerung der äußeren und inneren Einfriedung. Das heißt, dass nicht nur ein neuer Zaun gebaut, sondern ringsherum auch eine Hecke gepflanzt wird. "Damit sollen die Tiere mehr Ruhe haben", erläutert Böhme. "Geplant sind zwei oder drei Sichtfenster, durch die man das Damwild beobachten kann." Auch eine Plattform sei möglich. Zudem soll verhindert werden, das Besucher die Tiere füttern. Laut Bauamtsleiter habe man schon mehrfach Chipstüten aus dem Gehege räumen müssen. Auch die umzäunte Fläche für das Wassergeflügel mit dem kleinen Ententeich soll überarbeitet werden, inklusive eines neuen Zauns. Hinzu kommen Wegebau und die Erneuerung der Ställe. Insgesamt sind für den Bauabschnitt rund 120.000 Euro geplant.

Stadtgärtnerei: Der Großteil der Arbeiten spielt sich für die Gäste des Parks im Verborgenen ab, also hinter dem Tor der Gärtnerei. Mindestens eines der aktuell drei Gewächshäuser soll neu errichtet werden. "Eins wurde schon mal saniert, das bleibt auch so", erklärt Böhme. "Es ist noch zu klären, ob wir künftig zwei oder drei Gewächshäuser benötigen. Schließlich muss die Gärtnerei nicht alle Pflanzen selbst ziehen, sondern kann auch zukaufen."

Für die Kinder der Eduard-Feldner-Grundschule wird in dem Areal ein Schulgarten als sogenanntes "Grünes Klassenzimmer" entstehen. "Im Schulgelände selbst gibt es nicht genügend Platz, um dort noch Beete anzulegen", so Böhme. "Die Pläne für die Fläche im Park sind noch mit der früheren Schulleiterin Grit Eichner ausgearbeitet worden, weil der Wunsch nach einem Schulgarten schon lange besteht."

Volieren: Zum insgesamt rund 296.00 Euro teuren zweiten Bauabschnitt gehören auch die an die Gärtnerei angrenzenden Volieren. Geplant ist, vier Vogelgehege zu erneuern und damit zu erhalten. Laut Böhme werden aber die beiden kleineren Käfige unmittelbar am Turmpavillon wegfallen. Noch nicht im Plan ist der frühere Musikpavillon gegenüber des Parkcafés. Der soll langfristig nicht mehr als Unterkunft für Vögel dienen. Eine Idee sei, im Winter dort Kakteen und Sukkulenten hinter Glas zu präsentieren.

Allgemeine Maßnahmen: Zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit müssen auch im nächsten Jahr einige Bäume gefällt werden. Hinzu kommt das Entfernen abgestorbener Baumteile (Totholz) und das Einkürzen von Baumkronen. Im September sollen zudem wieder Frühblüher in die Erde gebracht werden, weiterhin soll es einige Ersatzpflanzungen geben. 6000 Euro sind dafür eingeplant.

Ende Oktober ist erneut ein Parkpflegetag anberaumt worden, dann zum fünften Mal. In diesem Jahr hatten sich gut 30 Bürger ehrenamtlich an der Aktion beteiligt und sich um den Wildwuchs gekümmert. Schon im Frühjahr ist geplant, von einigen Klassen der Oberschule den Spitzhornaufwuchs entfernen zu lassen.

Freilichtbühne: Für den dritten Bauabschnitt soll 2019 bereits die Planung angeschoben werden, allein dafür sind rund 24.000 Euro eingeplant. Die Freilichtbühne soll in ihrer Grundform erhalten bleiben. Vorgesehen ist jedoch, im Jahr 2020 die Zuschauerkapazität zu verringern. Dazu werden die Sitzreihen auf Höhe des Vorführerhäuschens entfernt und durch Bepflanzungen ersetzt. Das bei Parkfesten als Festwiese für Gastronomie und Buden genutzte Areal soll inklusive der Zufahrt ebenfalls überarbeitet werden.

Weitere Abschnitte: Der Bereich am Parkcafé ist für 2021 vorgesehen, im Jahr darauf folgt der Goldfischteich. 2023 steht das Rondell im Plan, im Folgejahr das Areal um das Gellert-Museum. 2025 folgen alter Friedhof und Mausoleum, 2026 der südliche Parkrand mit der Rodelbahn und schließlich 2027 der östliche Teil mit dem Schweizerhaus.

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