Die Drei von der Löschtruppe

Hans-Joachim Rolke, Bernhard Retzsch und Reinhard Müller sind seit 50 Jahren in der Feuerwehr aktiv. Dafür wurden sie jetzt geehrt. Doch so mancher Einsatz hinterließ Spuren.

Ringethal.

Vor 50 Jahren stand für die drei Jungs Hans-Joachim Rolke, Bernhard Retzsch und Reinhard Müller fest: "Wir gehen in die Arbeitsgemeinschaft Brandschutzhelfer." Jetzt wurden sie für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit vom Oberbürgermeister der Stadt Mittweida, Ralf Schreiber, geehrt.

Damals besuchten die Zehnjährigen die 3. Klasse in Ringethal. Der Hausmeister der Schule, Martin Kertzsch, war auch gleichzeitig für die Arbeitsgemeinschaft (AG) verantwortlich, die es seit 1963 gab. "Es war damals so, dass viele Jungen Brandschutzhelfer werden wollten, die Mädchen interessierten sich nicht dafür. Wir lernten alles rund um die Feuerwehr von der Pike auf und wurden mit 15 Jahren in die Feuerwehr übernommen", erinnert sich Hans-Joachim Rolke, der 20 Jahre lang Atemschutzverantwortlicher war. Bei einem Brandeinsatz bedeutete das, dass er als erster voran ging. "Mit 50 war dann Schluss, denn laut Vorschrift ist das ab diesem Alter nicht mehr erlaubt", erklärt der 66-jährige, der als Tischler arbeitete.

Für die technische Sicherheit in der Ortswehr sorgte Bernhard Retzsch, der Landmaschinenschlosser gelernt hatte und viele Jahre als Lkw-Fahrer unterwegs war. Bei der Ringethaler Löschtruppe ist er seit 1968 Maschinist und lenkt das Einsatzfahrzeug. Mehrere Fahrzeuge hatte die Feuerwehr seit ihrem Bestehen 1888, der erste Löschwagen wurde noch mit dem Traktor gezogen. "Seit vier Jahren haben wir ein modernes Löschgruppenfahrzeug LF 10 mit 1200 Liter Wasser im Tank. Ich habe meinen Führerschein verlängert, um weiterhin an den Einsätzen teilnehmen zu können, aber nur noch in der zweiten Reihe", erklärt Retzsch, der noch bis 70 aktiv bleiben möchte.

Unterstützung bei der technischen Wartung erhält der 66-Jährige von Reinhard Müller, der sich bei einem Gruppenführer-Lehrgang qualifizierte und ein paar Jahre als Wehrleiter fungierte. Durch seine frühere Arbeit bei einem Abschleppdienst konnte er nur an den Wochenenden und in seiner Freizeit an den Einsätzen teilnehmen. Zur nächsten Jahreshauptversammlung will sich Müller aber aus dem aktiven Dienst zurückziehen und in die Alters- und Ehrenabteilung wechseln. "An viele Einsätze erinnere ich mich wie beispielsweise einmal zur Himmelfahrt, als wir bei großer Hitze eine Ölspur beseitigen mussten. Die anderen feierten, und wir rückten aus."

Allen drei Feuerwehrleuten ist die Solidarität und Kameradschaft in der Truppe sehr wichtig. Die musste auch beim Hochwasser 2002 bewiesen werden, als bei einem Kameraden das Wasser 2,50 Meter im Haus stand. "Wir spendeten unsere Aufwandsentschädigung für die Beseitigung der Schäden bei ihm", sagt Hans-Joachim Rolke. Er hat auch viel erlebt, was Spuren hinterließ, wie die Bergung eines Jet-Skifahrers in Kriebstein, der erst eine Woche nach dem Unglück im Wasser auftauchte, geborgen und abtransportiert werden musste. Angehörige kamen dazu und erlitten einen Zusammenbruch. "In solchen Situationen funktioniert man, tut was man muss, aber später nach dem Einsatz beschäftigt das einen sehr, manches noch viele Wochen", erzählt Hans-Joachim Rolke. Alle Drei erinnern sich auch noch an den Großbrand 1978, bei dem ein Mastbullenstall mit 138 angeketteten Tieren brannte. Der Einsatz dauerte von Freitagnacht bis Montag.

Doch nicht nur Einsätze schweißen die mehr als 25 aktiven Mitglieder der Wehr Ringethal/Falkenhain zusammen. Sie nehmen auch an vielen Wettkämpfen teil, wie beispielsweise am Hängebrücken-Pokal. Seit mehr als 10 Jahren gibt es zudem ein Sauschlachten gemeinsam mit 12 Wehren aus der Umgebung. In diesem Jahr wurde zudem ein Feuerwehr-Förderverein gegründet, dem auch alle Drei angehören.

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