Die großen Abenteuer einer kleinen Kinderheldin

Das Chemnitzer Theater bringt im Sommer-Open-Air den Kinderbuchklassiker "Die kleine Hexe" auf die Küchwaldbühne. Dafür wurden eigens Tierstudien betrieben.

Chemnitz.

Die meisten der jüngeren Zuschauer dürften sich wiedererkennen: Viel wollen, noch lange nicht so viel dürfen und das auf keinen Fall akzeptieren - so in etwa ergeht es der kleinen Hexe im gleichnamigen Kinderbuch. "Es ist eine Geschichte, mit der sich viele Kinder identifizieren können. Deswegen stand sie schon immer mal auf der Wunschliste für unser Sommertheater", sagt die Produktions-Dramaturgin Kathrin Brune. Nun ist es soweit. Das Schauspiel bringt das Stück, das auf Otfried Preußlers Klassiker basiert, in der Reihe Sommertheater auf die Küchwaldbühne. Die Premiere ist ausverkauft.

Im Mittelpunkt steht die kleine Hexe, die unbedingt an der Walpurgisnacht teilnehmen möchte, aber von den großen erfahrenen Hexen als noch nicht alt genug für diese Sause eingeschätzt wird. Damit will sich das Mädchen aber nicht zufriedengeben. Sie begibt sich auf eine abenteuerliche Reise, mit dem Ziel, am Ende doch noch mit den Großen auf dem Blocksberg tanzen zu dürfen.


"Sie ist eine Anarchistin, ein bisschen dreckig, aber trotzdem unschuldig", beschreibt Magda Decker, die die Hauptheldin spielt, den Charakter der kleinen Hexe. Sie entwickle eine unbändige Kraft, wenn sie sich für etwas begeistere, erklärt die gebürtige Berlinerin, die sich in dem Mädchen wiederfindet. "Sie gibt nicht auf, steht immer wieder auf - das passt zu meinem Naturell."

Begleitet wird die kleine Hexe bei ihren Abenteuern von ihrem besten Freund, dem Raben Abraxas. Der sei etwas altklug und oberlehrerhaft, sagt Schauspieler Marko Bullack, der den Raben verkörpert. "Er gibt sich als Erzieher, ist aber auch ein ganz lieber." Für Bullack ist die Rolle besonders, weil er - was eher selten vorkommt - ein Tier verkörpert. "Ich habe deswegen Krähen beobachtet, um zu lernen, wie sie sich bewegen", berichtet der frühere Tänzer. In kleinen Hüpf-Schritten bewegt er sich nun über die Bühne - bei sommerlicher Hitze in einem pechschwarzen Kostüm. "Das ist nicht so einfach", sagt Bullack.

Neben dem Menschen im Tiergewand bekommen die Zuschauer des Stückes aber auch echte Vierbeiner zu sehen. Das Schauspiel arbeitet mit dem Reiterhof Voigtländer in Erlbach-Kirchberg zusammen, der einen Esel, eine Kuh, ein Pony und Ziegen auf die Küchwaldbühne entsendet. Tiere auf der Bühne, Bäume um die Spielstätte, der freie Himmel über dem Kopf - Magda Decker kann dem Sommertheater auf der Küchwaldbühne viel abgewinnen: "Es gibt doch nichts Besseres, als im Wald sein zu dürfen." Man müsse sich aber auch auf das weitläufige und nach oben offene Gelände einstellen, ergänzt Marko Bullack. Sei bei kleinen Bühnen im Schauspielhaus zuweilen ein zurückhaltendes Auftreten angesagt, würden auf der Küchwaldbühne andere Regeln gelten: "Man darf keine Angst haben zu übertreiben, alles etwas größer zu spielen." Die kleine Hexe ist die sechste Sommertheater-Produktion. Den Anfang machte 2014 "Pippi Langstrumpf", ihr folgten 2015 "Robin Hood", 2016 "Zorro", 2017 "Der rote Ritter" und 2018 "Die Legende vom Stülpner-Karl". In den vergangenen beiden Jahren sahen jeweils etwa 5000 Zuschauer die Aufführungen.

Das Stück basiert auf dem Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler. Die Premiere am 22. Juni ist ausverkauft. Bis 14. Juli weitere 13 Aufführungen. Karten zu 19,60 Euro, ermäßigt 10,80 Euro, in den Ticket-Shops der "Freien Presse". Weitere Informationen: www.theater-chemnitz.de unter "Spielplan".

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...