Die nächste höllische Party ist geplant

100.983 Zuschauer haben im vorigen Jahr das Winterstein-Theater besucht. Eine Zahl, die nicht nur den Intendanten atemlos macht - aber auch Erwartungen für die neue Spielzeit weckt.

Annaberg-Buchholz.

Sie war höllisch gut - die 126. Spielzeit im Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz. Allein schon im vorangegangenen Jahr konnten nach Angaben des geschäftsführenden Intendanten Ingolf Huhn 100.983 Besucherinnen und Besucher gezählt werden. "Eine Zahl, die uns den Atem nimmt", sagt er und ergänzt: "Das hat es seit der Wende nicht gegeben." Dazu habe zum einen eine sehr erfolgreiche Festivalsaison auf der Freilichtbühne an den Greifensteinen mit 41.700 Zuschauern beigetragen. Aber auch im Haus seien viele Inszenierungen erfolgreich gelaufen.

Die Messlatte liegt also hoch für die neue Spielzeit, die am 21. September mit einem großen Theaterfest eröffnet wird. Und auch sie verspricht wieder ein echtes Höllenspektakel zu werden- allein schon wegen der legendären "Rocky Horror Show", die nach sieben Jahren wieder auf dem Spielplan steht. 2012 war die Geschichte um den exzentrischen Schlossbesitzer Frank N. Furter und seine höllischen Partys eigens für die Freilichtbühne an den Greifensteinen inszeniert worden. In der Hauptrolle: Sven Zinkan, den Intendant Ingolf Huhn bei seiner Verabschiedung an das Staatstheater nach Meiningen durchaus ehrfurchtsvoll den "Gründgens aus Annaberg" nannte. Jetzt schickt sich Nick Körber an, in seine Fußstapfen zu treten - in einer völlig neuen Inszenierung für die große Bühne im Winterstein-Theater. Und Ingolf Huhn kennt das Potenzial des noch jungen Schauspielers: "Wenn wir ihn nicht hätten, könnten wir das Stück nicht spielen", sagt er. Premiere ist im Februar. Zuvor wartet das Schauspielensemble des Hauses im Oktober mit der Komödie "Wird schon schiefgehen", im November mit dem Georg-Kreisler-Musical "Heute Abend: Lola Blau" und im Dezember mit dem Schauspiel "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" auf. Als letzte Premiere in dieser Sparte steht schließlich im April Anton Tschechows Stück "Der Kirschgarten" auf dem Spielplan. Ein bekannter Name steckt in diesem Jahr auch hinter dem Weihnachtsmärchen: Michael Ende - einer der erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautoren. Aus seiner Feder stammen Bücher wie "Die unendliche Geschichte", "Momo" und "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Für die 127. Spielzeit im Annaberg-Buchholzer Theater hat auch er eine höllische Geschichte beizusteuern: "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch". Serviert wird ab Mitte November.


Im Musiktheater bleibt der Intendant einer mittlerweile auch in Annaberg-Buchholz etablierten Tradition treu: seiner Ausgrabungen. Nachdem das Werk Albert Lortzings ausgeschöpft ist, geht es in diesem Jahr um Joseph Haas. Er gilt nicht nur als einer der großen Komponisten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, sondern auch als einer der letzten Erben Lortzings. Die Komische Oper "Die Hochzeit des Jobs" galt vor allem in den 1950er-Jahren ihrer klaren Volkstümlichkeit wegen angesichts des Spaßes an der Übertölpelung der Herrschenden als ein Stück der Stunde - im Osten wie im Westen Deutschlands gleichermaßen. Die gesamten 1950er-Jahre hindurch wurde die Oper gespielt, dann aber nicht mehr. Nach 60 Jahren kommt sie nun in Annaberg-Buchholz wieder neu auf die Bühne.

Deutlich bekanntere Namen bestimmen dagegen den überwiegenden Teil der Spielzeit im Musiktheater. Keine geringere als "Die Csárdásfürstin" von Emmerich Kálmán eröffnet im Oktober den Premierenreigen. "Der Liebestrank" von Gaëtano Donizetti wird im Januar gereicht. Und das märchenhafte Musical "Cinderella" setzt schließlich im April den Schlusspunkt unter die hauseigenen Inszenierungen.

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