Die neue Leinwand ist gespannt

Im Welt-Theater können wieder Filme in voller Breite gezeigt werden. Damit verlässt aber auch ein Stück Geschichte den Saal.

Frankenberg.

Die größte Restaurierungsmaßnahme seit Beginn der Kinorettung in Frankenberg ist erfolgreich abgeschlossen worden. Das Gerüst im Welt-Theater konnte bereits wieder abgebaut werden, der historische Saal zeigt sich in voller Schönheit. Matthias Hanitzsch vom Kinoverein kann sein Glück kaum fassen und freut sich schon auf die erste öffentliche Vorführung. Diese wird Ende März innerhalb der Schulkinowochen sein. Die eigentliche Präsentation soll zum Kinotag am 13. April erfolgen. Dann gibt es in Frankenberg wieder Filme in Cinemascope zu sehen, das heißt in voller Breite. Möglich macht dies die neue Leinwand, die 10,5 Meter breit und fast fünf Meter hoch ist. "Die hat uns allein etwa 2000 Euro gekostet", erklärt Hanitzsch. Aber das habe sich mehr als gelohnt, denn nun sei das Kinovergnügen wieder perfekt, inklusive neuer Kaschierung. Das ist der dunkle Vorhang, der das Leinwandbild begrenzt - oder bei Cinemascope eben auch nicht, weil da die gesamte Breite der Bühne bespielt wird.

"Vorher hat uns auf jeder Seite immer ein Meter gefehlt", so Hanitzsch. Als man vor gut zehn Jahren den vermüllten Kinosaal wiederbelebt habe, hing die alte Leinwand in Fetzen herunter. Ersatz fand man im Areal das Landratsamtes in Mittweida, der früheren SED-Parteischule. "Dort gab es im alten Kinosaal noch eine Leinwand," erklärt Hanitzsch. "Und weil das Haus umgebaut wurde, konnten wir die bekommen." Nun war die Mittweidaer Leinwand nicht nur ein Stück zu klein für Frankenberg, sondern auch verschmutzt "Die Genossen müssen früher wie die Schlote geraucht haben", sagt Hanitzsch. "Die Leinwand war schon richtig gelb vom Nikotin." Also wurde fortan in Frankenberg die Rückseite bespielt. Das sei nun auch Geschichte, aber ein Stück der alten Projektionswand habe man als Beweis aufgehoben.

Das Spannen der neuen Großbildleinwand lag in den Händen der Fachfirma Deutsche Theaterbau aus Thalheim. "Das ging sogar an einem Tag, Voraussetzung war aber ein richtig warmer Kinosaal", erläutert Hanitzsch. Das habe man hinbekommen. Die Firma schenkte dem Kinoverein aus ihrem Bestand sogar noch eine Handwinde für die Kaschierung des Vorhangs.

Der schwarze Stoff kann die Leinwand auf der Bühne nun komplett verdecken. "Das sieht bei Veranstaltungen viel festlicher aus", so Hanitzsch. Auch hinter dem Vorhang hat sich etwas getan. Die denkmalschutzgerechten Arbeiten hatten in der ersten Woche die Malerfirma Teuchner aus Frankenberg übernommen. Alte Farbfassungen wurden konserviert und sollen künftig bei Führungen gezeigt werden. Die gesamte Maßnahme ist mit etwa 10.000 Euro veranschlagt, die zum größten Teil durch Spenden der Kinobesucher gedeckt sind.

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