Die ungeplante Verkehrsberuhigung

Seit gut einem Jahr bremst eine Barriere die Autofahrer in Bockendorf aus. Gebaut wird dort in diesem Jahr nicht mehr, was nicht alle Bürger stört.

Bockendorf.

Es gibt eine Anfrage, die SPD-Stadtrat Kay Dramert zu jeder Sitzung des Plenums in Hainichen stellt: Wann wird die Engstelle an der Hauptstraße in Bockendorf beseitigt? Ein Schacht war dort eingebrochen. Damit die Straße nicht abrutscht, engt seit dem 9. Februar 2018 eine Barriere aus Kunststoffelementen die Staatsstraße ein. Einen Termin hat ihm Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) noch nicht nennen können, und das trotz mehrmaliger Nachfragen im zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

"Nachdem mir durch das Amt im Vorjahr mehrfach große Hoffnung gemacht wurde, dass die Einengung 2019 beseitigt wird, habe ich nun erfahren, dass in diesem Jahr nichts passiert", erklärte Greysinger enttäuscht. Die Planung sei noch nicht fortgeschritten, es fehle Geld.

Christoph Ulrich

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Das Lasuv bestätigte auf Nachfrage, dass erst 2020 gebaut werden kann. "Der Durchlass ist zu erneuern. Die Planung soll dieses Jahr, die Baudurchführung im Jahr 2020 erfolgen" erläuterte Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert. Die Baukosten bezifferte sie mit voraussichtlich etwa 400.000 Euro. Am Durchlass des Eulenbachs seien Schäden, Fehlstellen im Gewölbe sowie Steinverschiebungen vorhanden. "Aufgrund der bestehenden Einsturzgefahr am Fahrbahnrand musste dieser Teil gesperrt werden", so Siebert. Gefahren oder Probleme mit dem Gewässer seien dem Amt nicht bekannt.

Von Stauungen an der Engstelle kann Kay Dramert auf dem Weg zur Arbeit fast täglich berichten. Auch habe er schon beobachtet, wie ein Auto in den rot-weißen Poller gefahren sei. "Vor allem in der Dämmerung und nachts ist es gefährlich, weil die Stelle genau zwischen zwei Straßenlampen ist", sagte Dramert.

"Wenn der Schulbus kommt, ist immer Stau", bestätigte Ringo Grombe, der im ehemaligen Gasthof gegenüber der Engstelle wohnt und dort das Kulturzentrum "Johannishof"betreibt. "Es waren auch schon Planer da und haben sich das angeschaut. Zudem fahren die Leute inzwischen auch vorsichtiger. Ich sehe das deshalb gar nicht so dramatisch." Zwei kleinere Unfälle habe er aber beobachtet. Da habe es kurz mal "gedungst", ohne große Schäden. "Eigentlich ist das nicht so unangenehm mit dieser Einengung", so Grombe. "Das beruhigt ja doch den Verkehr."

Dass auf der sonst schnurgeraden Straße durch Bockendorf oft gerast werde, wissen Grombe und Dramert. Für einen unachtsamen Fahrer und damit auch den Gegenverkehr könnte diese Stelle dann zu einer großen Gefahr werden, warnen die beiden Bockendorfer.

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