Diebstahl sollte Aufmerksamkeit erregen

Ein Kraftfahrer soll 50 Paletten gestohlen haben. Vor Gericht hat er dazu eine außergewöhnliche Erklärung vorgebracht.

Döbeln/Hainichen.

Die Taten, wegen der sich ein Kraftfahrer jetzt vor dem Amtsgericht Döbeln verantworten sollte, haben bereits vorher Konsequenzen für den Mann gehabt. Vorgeworfen wurde ihm der Diebstahl von 50 sogenannten Europaletten. Doch vor der Verhandlung hatte ihm sein Hainichener Arbeitgeber bereits gekündigt und 1500 Euro für die entwendeten Paletten vom Lohn abgezogen.

Vor dem Amtsgericht Döbeln wurde ihm nun Diebstahl in zwei tateinheitlichen Fällen vorgeworfen. Laut der Anklage soll er an zwei Tagen im April 2018 insgesamt 50 Paletten aus einer Lagerhalle entwendet haben.


Obwohl er eine der Taten in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber seinem Chef eingeräumt hatte, bestritt er in der Verhandlung beide Diebstähle. Zur Erklärung sagte der Kraftfahrer: "Ich wollte nur Aufmerksamkeit erregen." Denn Kraftfahrer wie er bekämen sonst kein Gehör für die seit Monaten geführten Diskussionen zu Arbeitszeiten und Überstunden. Die Paletten, so schilderte es der Mann, habe er aus der Halle gefahren und dann auf einer Rampe wieder abgeladen.

Doch die dem Gericht vorgelegten Video-Aufzeichnungen zeigten lediglich, dass der Angeklagte die Paletten aus der Halle gefahren hatte. Polizisten fanden die Europaletten bei einem Palettenhandel. Doch in der Verhandlung blieb die Frage offen, ob der Fahrer die gestohlenen Paletten bei einem Händler verkauft hatte. Es ließ sich nur anhand der elektronischen Überwachung der Fahrtwege durch den Arbeitgeber nachvollziehen, dass der Mann an einem Ort gehalten hatte, an dem er hätte die Paletten verkaufen können.

Vor Gericht ist der Angeklagte derweil nicht unbekannt. Schon im Januar 2018 wurde er wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe verurteilt.

Auch in dem aktuell verhandelten Fall verurteilte Richter Janko Ehrlich den Beschuldigten zu einer Geldstrafe. Der Kraftfahrer soll 7150 Euro (110 Tagessätze zu 65 Euro) zahlen. Das gleiche Strafmaß hatte auch die Staatsanwaltschaft gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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