Dieser Mann hat doch einen ganz schönen Vogel

Er war fast drei Wochen der Hingucker an der Talsperre: Ein kleiner Papagei auf der Schulter eines Urlaubers.

Kriebstein.

Egal ob beim Talsperrenfest oder bei einer der Aufführungen auf der Seebühne - am Rande des Geschehens stahl ein kleiner Vogel den professionellen Akteuren an der Talsperre Kriebstein in den vergangenen Tagen immer wieder mal die Show. Man musste aber schon genau hinschauen, um zu bemerken, dass der kleine Papagei auch wirklich echt war. Ganz still saß er meist auf der Schuler seines Besitzers. Doch wer sich dem Vogel näherte, merkte schnell, dass er quicklebendig ist.

"Leider hat mein Liebling einige Federn verloren, aber ich habe schon Medizin vom Tierarzt geholt", beruhigt Detlef Bullenheim, der vor sechs Jahren den damals ganz jungen Papagei gekauft hat. Es ist ein Rosenköpfchen mit grünem Körper und rotem Kopf. Und "Er" hört auf den Namen Baby, jedenfalls wenn sein Besitzer etwas sagt. Der 59-Jährige, den alle nur "Bully" rufen, kommt aus Döbeln. Campingurlaub mit Zelt an der Talsperre macht er schon seit vielen Jahren. Und Baby darf immer mit.

In jungen Jahren habe sich Baby mal den Flügel angeknackst. "Fliegen kann er aber dennoch, wenn auch nur gut 20 Meter", erklärt Bully. "Aber er war von Beginn an schon sehr zahm. Er würde und will gar nicht wegfliegen." Einen Käfig hat der Vogel dennoch, schließlich muss sein Besitzer ihn auch mal allein lassen, wenn er wie jetzt nach dem dreiwöchigen Urlaub auf Arbeit geht. "Der Käfig ist sehr groß, und er hat dort auch ein Gefäß, in dem er baden kann." Um die derzeitige Hitze auszuhalten, hat Bully für Baby auch schon mehrfach Wasser im Waschbecken eingelassen.

Ausflüge mit Vogel auf der Schulter sind für Bully ganz normal. "In Döbeln kennt man mich so, da werde ich auch oft angesprochen." Das sei ihm auch an der Talsperre immer wieder passiert, und gern habe er Babys Geschichte erzählt. Der Papagei könne jedoch sehr eifersüchtig werden, nur Bullys Freundin habe er bislang anstandslos akzeptiert. Im nächsten Jahr soll er wieder mit in den Urlaub an die Talsperre kommen. Rosenköpfchen können schließlich gut 15 Jahre alt werden.

Das Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis) ist übrigens eine Art aus der Gattung der Unzertrennlichen. Muss wohl auch so sein, denn der Döbelner ist sich trotz der 53 Jahre Altersunterschied ganz sicher: "Mein Baby gehört zu mir."

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