Discounter will Standort in Rossau erweitern

Entstehen soll ein neues Kühlhaus. Eine weitere Firma hat Neubauabsichten in der Gemeinde, die von Gewerbesteuereinnahmen profitieren würde.

Rossau.

Wenn Unternehmen wachsen, brauchen sie Platz. Deshalb haben zwei Rossauer Firmen Erweiterungsbauten angekündigt - und sind damit auf großes Interesse der Rossauer Gemeinderäte gestoßen.

Wie Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) sagte, will das Discount-Unternehmen Norma in Rossau hinter einem bestehenden Firmengebäude ein neues Kühlhaus bauen. Die Rossauer Norma-Filiale und das Zentrallager, von dem täglich Filialen in mehreren Bundesländern beliefert werden, befinden sich nahe der Hainichener Straße. Der Ortschef zeigte sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates zudem zuversichtlich, dass der Fahrradhändler Lucky Bike in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Standort im Gewerbegebiet in Oberrossau eine neue Halle errichtet. Der Neubau kann laut Bürgermeister Gottwald auf einer Fläche, die für solche Zwecke reserviert ist, erfolgen. Rund 17.000 Quadratmeter könnte das Areal umfassen, so Gottwald.

Von den Erweiterungen verspreche er sich in beiden Fällen neue Arbeitsplätze, sagte der Bürgermeister. Überdies gehe es um die Gewerbesteuer - für die Gemeinde eine der wichtigsten Einnahmequellen. Auch nach Ansicht der Räte ist es deshalb wichtig, dass Arbeitsplätze und Gewinne in Rossau bleiben und neu entstehen.

Norma verfügt nach Angaben von Niederlassungsleiter Matthias Lehmann für das Vorhaben in Rossau bereits über eine Baugenehmigung. Der Neubau ist nach seinen Angaben direkt hinter dem Logistikzentrum geplant, an der Giebelseite etwas westlich der vorhandenen Gebäude. Angestrebt werde ein neues Kühlhaus, das zugleich größer als das jetzige werden solle, sagte Lehmann. Wann und ob tatsächlich gebaut werden soll, stehe indes noch nicht fest. Die Baugenehmigung habe bislang noch keine Rechtskraft. Der Bescheid sei eingetroffen und werde geprüft, im Anschluss könne detailliert geplant und das Bauvorhaben in Angriff genommen werden, erklärte der Niederlassungsleiter. Wie Landkreissprecher André Kaiser auf Nachfrage der "Freien Presse" sagte, ist die Baugenehmigung Anfang November erteilt worden. Zu Details gebe das Landratsamt jedoch keine Auskunft, so der Sprecher weiter.

Die Neubaupläne des bundesweit agierenden Fahrradhandels Lucky Bike sind nach Angaben von Geschäftsführer Thomas Böttner aktuell "noch nicht spruchreif". Die Option, dafür eine Fläche im Rossauer Gewerbegebiet nutzen zu können, sei langfristig jedoch wichtig, sagte er. In den kommenden beiden Jahren werde jedoch voraussichtlich noch nicht gebaut. Für die Planung eines so großen Projektes zählten viele Fakten, die noch geprüft werden müssten. So stehe bislang beispielsweise noch nicht fest, was der Neubau kosten würde.

Der Fahrradhändler Lucky Bike hatte vor reichlich einem Jahr in Rossau die Halle einer ehemaligen Matratzenfabrik übernommen, die kurz zuvor ihren Produktionsort nach Polen verlegt hatte. Das Logistikzentrum des Unternehmens Lucky Bike im alten Diamantwerk in Chemnitz drohte laut Böttner zu dieser Zeit aus allen Nähten zu platzen. Für weiter wachsende Anforderungen bot es nach seinen Angaben keinen Raum mehr. Mit dem Umzug nach Rossau konnte das Problem gelöst werden. Laut Böttner verfügt das Unternehmen damit nun über zusätzlich 18.000 Quadratmeter Fläche für Endmontage und Lager. Außerdem ist der Ausbau des Standortes möglich. Laut Gottwald gab es Vorgespräche über den Kauf einer unbebauten Fläche an der Zufahrt zum jetzigen Betriebsgelände.

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