Dorf senkt Grundsteuer wegen Windrädern

Landratsamt entscheidet im April über Genehmigung der Anlagen

Dorfchemnitz.

Im April fällt voraussichtlich die Entscheidung über die immissionsschutzrechtliche Genehmigung der drei geplanten Windkraftanlagen zwischen Voigtsdorf und Pfaffroda. Das teilte eine Sprecherin des Landratsamtes auf Anfrage mit. "Über Auflagen oder Bedingungen des Bescheides kann derzeit keine Auskunft erfolgen", ergänzte sie. Die Gemeinde Dorfchemnitz würde beim Betrieb der drei vorgesehenen Anlagen 60.000 Euro Pacht im Jahr einnehmen. Damit dieses Geld allen Einwohnern zugute käme, hat der Gemeinderat jüngst eine Senkung des Hebesatzes der Grundsteuer von 420 auf 400 Prozent beschlossen. Dies soll in den Haushalt 2020, der noch beschlossen werden muss, einfließen.

Vorausgegangen war ein Antrag der CDU-Fraktion. "Die geringere Grundsteuer ist ein direkter Finanzausgleich für den Bau und das Betreiben der Windkraftanlagen", sagte Mathias Rudolph, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, im Gespräch mit "Freie Presse". Dies komme nicht nur den Grundstückseigentümern, sondern hoffentlich letztlich auch den Mietern, also allen Einwohnern, zugute. Mit der Senkung der Grundsteuer will seine Fraktion eine stärkere Akzeptanz der Windräder bei der Bevölkerung erreichen.

Das Meißener Unternehmen UKA plant die Errichtung von drei, jeweils 200 Meter hohen Windkraftanlagen auf der Voigtsdorfer Höhe. Die jährliche Leistung soll rund 44 Millionen Kilowattstunden betragen. Damit könnten 11.000 Haushalte im Jahr mit grünem Strom versorgt werden. Der Investor hatte der Kommune bereits einen Zuschuss von 20.000 Euro gezahlt. Von diesem "Windgeld" bezahlte die Gemeinde laut Bürgermeister Thomas Schurig (Freie Wähler) einen Teil der Arbeiten am Voigtsdorfer Vereinshaus mit Kita, beispielsweise die Rollläden für die Dachfenster.

Derzeit stehen 25 Windräder in Pfaffroda und zwei in Voigtsdorf. Die drei neuen Windräder sind nicht unumstritten. Derzeit laufen Vorbereitungen für einen Bürgerentscheid gegen die Windanlagen.


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3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    Zeitungss
    31.03.2020

    @Tauchsieder: Ja, als nächstes könnte man an es noch mit dem Strompreis versuchen, der Mensch ist bekanntlich für solche Sachen empfänglich. In den Betroffenen Orten wird es keine 11000 Haushalte geben, also könnte UKA den Rest noch gewinnbringend verscheuern, was aber nicht deren Vorstellungen entspricht. Es wird nicht der letzte Versuch sein, die Anwohner ins Boot zu holen.

  • 2
    2
    Tauchsieder
    31.03.2020

    Dort entsteht ein "Versuchslabor" und was sagen die "Versuchskaninchen" dazu ?

  • 5
    3
    1304589
    31.03.2020

    750 Meter zur Wohnbebauung? ein Testgebiet für Sachsen! Gemäß Wunsch der Regionalplanung wird die Region zum Windkarftindustriegebiet ausgelegt ...
    Entsiedlungsprozess geht weiter, Abwertung der Immobielen, Verlust an Lebensqualität, Tourismus AD', und alles für nicht grundlastfähigen Flatterstom.
    Mit der Senkung der Grundsteuer wird man die Dorfgemeinschaften zerlegen und die nichtbetroffen profitieren!