Dresdner Landtag empfängt Ehrenamtler

Drei Bürger aus Frankenberg und Hainichen werden auf einer Feierstunde ausgezeichnet. Sie haben sich besonders engagiert.

Hainichen/Frankenberg.

Aufgeregt sei er nicht, sagt Wolfgang Erdtel. "Aber ich habe mich schon sehr über die Einladung gefreut und mich gefragt, wieso gerade ich? Es gibt doch viele, die sich ehrenamtlich betätigen", erklärt der Frankenberger. Erdtel gehört zu den insgesamt neuen Mittelsachsen, die heute zu einer Feierstunde in den Sächsischen Landtag eingeladen sind. Bei diesem Ehrenamtsempfang werden Personen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise im sozialen und karitativen Bereich verdient gemacht haben. In Mittelsachsen engagieren sich diese Menschen vor allem um die Kaninchenzucht, die Organisation von Festen im Ort, im Faschingsclub, in Museen und Sportvereinen, als Flüchtlingshelfer, um die Rassegeflügelzucht, um die Verbesserung der Infrastruktur für Schulen, Kindergärten und Feuerwehr sowie um regionale Wanderwege.

Neben Wolfgang Erdtel werden aus dem Altkreis Mittweida die Hainichener Josef Kellermann und Heiko Roßberg geehrt. Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) zeigt sich zufrieden. "Wir als Stadt hatten diese Vorschläge unterbreitet. Es ist schön, dass diese berücksichtigt wurden", sagt er. Die Stadt Hainichen lege großen Wert auf Transparenz und Unterstützung beim Umgang mit Flüchtlingen. Zurzeit seien am Ottendorfer Hang 180 Menschen untergebracht. (mit ule)


Dem Verein weiter treu

Wolfgang Erdtel aus Frankenberg hat sich seit seinem 13. Lebensjahr der Kaninchenzucht verschrieben. "Und ich bin bis heute am Ball geblieben", sagt er mit einem Schmunzeln. Denn der 71-Jährige ist mehr als 20 Jahre im Vorstand des Frankenberger Rassekaninchenzüchtervereins aktiv, davon die vergangenen acht Jahre als Vorsitzender. Dieses Jahr gab er den Vorsitz an eine Frau ab. Darauf ist er besonders stolz, denn es sei seit Bestehen des Vereins erstmals eine Frau, die nun den Hut auf hat. Erdtel bleibt dem Vereinsvorstand aber treu als Zuständiger für die Öffentlichkeitsarbeit und Schriftführer. Am Herzen lag und liegt dem Frankenberger auch immer die Nachwuchsarbeit. "Vergangenes Jahr konnten wir fünf junge Leute gewinnen und eine Jugendgruppe gründen", erzählt er. Diese hätte auch bereits die ersten Erfolge auf Ausstellungen verbuchen können. (ug)


Erfolgserlebnisse schaffen

Heiko Roßberg: Als es im vergangenen Jahr darum ging, in Hainichen Initiativen zu entwickeln, um ankommende Flüchtlinge zu beraten und ihnen zu helfen, wollte auch Heiko Roßberg nicht abseits stehen. "Ich hatte von den Deutschkursen gehört. Mit zwei, drei anderen bin ich schließlich auch dazugekommen. Denn viele der Flüchtlinge würden gern arbeiten, doch ohne Deutsch seien sie chancenlos. "Zudem haben wir überlegt, was man noch so auf die Beine stellen könnte", sagt der 43-Jährige, der in Hainichen ein Ingenieurbüro hat. So habe er sich entschieden, verschiedene Treffen zu organisieren, beispielsweise gemeinsame Sportveranstaltungen, Wandern oder Klettern. "Vieles geht nicht von allein. Die Leute wollen auch Erfolgserlebnisse haben, und dabei kann man sie unterstützen, ihnen helfen, damit sie hier zurechtkommen", so Heiko Roßberg. (ule)


Deutschkurse für Flüchtlinge

Josef Kellermann: Der 60-Jährige engagiert sich seit vielen Monaten aktiv in der Flüchtlingshilfe, führt in der Hainichener Flüchtlingsunterkunft am Ottendorfer Hang ehrenamtlich Deutschkurse durch. 2013 waren er und seine Frau von Dresden nach Hainichen gezogen. "Wir lasen in der Presse, dass Hilfsgüter gebraucht werden. Also haben wir verschiedene Dinge zum Heim gefahren", erinnert sich Kellermann, wie alles anfing. Vom DRK sei er dann gefragt worden, ob er auch auf andere Weise helfen wolle. "Ich bin zwar kein Deutschlehrer", meint er. Da er aber über langjährige Erfahrungen im Handel verfüge und nicht auf den Mund gefallen sei, habe er sich das zugetraut und diese Aufgabe übernommen. Anfangs seien diese Kurse auch gut angenommen worden. "Doch ich hätte mir insgesamt mehr Bereitschaft einiger Flüchtlinge gewünscht", meint Josef Kellermann. (ule)

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