Drogendealer bleibt weiter in U-Haft

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Da ein 30-Jähriger Crystal verkauft hat, muss er sich vor Gericht verantworten. Mehrere Taten hat er zugegeben. Doch dem Gericht reicht das noch nicht.

Chemnitz/Mittweida.

Den Ermittlern der Kripo ist in den vergangenen beiden Jahren offenbar ein Schlag gegen die mittelsächsische Drogenszene gelungen. Denn gleich mehrere mutmaßliche Drogendealer müssen sich zurzeit vor Gericht verantworten, darunter ein 30-jähriger Döbelner, der aktuell in der JVA Dresden einsitzt.

Die Vorwürfe haben es ihn sich: Der junge Mann soll über Monate hinweg in größeren Mengen Crystal-Meth verkauft haben. Allein in Mittweida hatte der Angeklagte, wie im die Staatsanwaltschaft nun am Chemnitzer Amtsgericht vorwarf, zwischen Herbst 2019 und Sommer 2020 eine 37-jährige Mutter mit gut 140 Gramm versorgt. Preis pro Gramm: 50 Euro. Das ist günstig, werden für den Stoff auf der Straße doch mindestens 80 Euro je Gramm erzielt. Die Mittweidaerin konsumierte denn auch die Drogen nicht nur, sondern vertickte einen Großteil im Bekanntenkreis. Dafür wurde sie im Juli vom Döbelner Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt.

Auf eine Bewährungsstrafe hofft der Döbelner, wie sich am Montagvormittag herauskristallisierte, genauso. Zumindest stand diese nach einem gut einstündigen Gespräch zwischen dem Gericht unter Vorsitz von Richterin Jacqueline Neubert, der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung im Raum. "Bei einem umfassenden Geständnis könnten wir uns eine Bewährungsstrafe vorstellen", sagte Neubert nach der Unterbrechung. Daraufhin erklärte Verteidiger Christian Schößling, das die Vorwürfe "sachlich zutreffend" seien. Die Döbelner und die Mittweidaer hatten sich jedesmal über soziale Medien verabredet. Die Übergabe der Drogen und des Geldes fand bis auf eine Ausnahme in deren Mittweidaer Wohnung statt. Wobei der 30-Jährige der 37-Jährigen die Drogen vorstreckte und diese erst bezahlen musste, wenn sie das Crystal weiterverkauft hatte.

Sein Drogendepot hatte der Angeklagte übrigens im heimischen Keller in einem Dorf bei Döbeln. Allerdings gehörten die Drogen einem anderen, der laut Verteidiger "den Landkreis verlassen hat und diese zurückgelassen hatte". Wenige Sätze später nannte die Richterin den Namen eines Großdealers, der in der Szene auch der Türke genannt wird. Im Herbst 2019 wurde der Mann in das Land abgeschoben. "Ja, das ist er", bestätigte der Angeklagte, der in erster Linie nur das zugab, was in der Anklageschrift stand. Der Türke taucht in einem anderen Verfahren am Chemnitzer Amtsgericht ebenfalls auf. Schließlich war der Mann der Freund einer 32 Jahre alten Geringswalderin, die momentan wegen des Verkaufs von Crystal in nicht geringer Menge ebenfalls auf der Anklagebank in Chemnitz sitzt.

Als Richterin Neubert außerdem den Namen eines weiteren Großdealers nannte - der Mann ist abgetaucht und gilt als regionaler Drogenpate -, blieb der Angeklagte stumm. Er wisse nicht mehr, von wem er die Drogen genau her hatte, sagte der junge Mann. Offenbar bestanden sogar Kontakte nach Leipzig. Die Richterin erkundigte sich nach einem Restaurant in der Messestadt und deren Betreibern. "Die kenne ich nicht, dort war ich nur zum Essen", beteuerte der 30-Jährige, der weiterhin in U-Haft bleibt.

Ein 29-jähriger Zeuge- ebenfalls aus der Drogenszene und in der JVA Waldheim in Haft - brachte ebenfalls wenig Licht ins Dunkel. Auf Fragen von Richterin Neubert ging er kaum ein. Sein Rechtsbeistand erklärte auf Fragen mehrfach, der Zeuge könnte nichts dazu sagen, um nicht jemanden fälschlicherweise zu verdächtigen.

Der Prozess wird fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen gehört werden.

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