Ehre für das Kino in der Kleinstadt

Im "Welt-Theater" werden erstmals die sächsischen Schulkinowochen eröffnet. Der Frankenberger Verein freut sich dabei schon seit Jahren über einen vollen Saal im historischen Haus.

Frankenberg.

Leipzig, Dresden, Chemnitz. Das sind die Metropolen im Freistaat, in denen abwechselnd auch die vom Kultusministerium geförderten sächsischen Schulkinowochen eröffnet werden. In diesem Jahr wird der rote Teppich jedoch erstmals in Mittelsachsen ausgerollt - und zwar am 23. März im vereinsgeführten Liebhaberkino "Welt- Theater" in Frankenberg.

Für den Kinoverein ist das eine große Überraschung und Ehre zugleich. An der immer im Frühjahr laufenden Aktion beteiligen sich die Frankenberger schon seit vielen Jahren. "Vor gut zwei Jahren waren die Organisatoren bei uns zu Gast und total fasziniert", blickt der Frankenberger Kinoenthusiast Matthias Hanitzsch zurück. "Wir im Verein kennen das ja schon, denn so ein gepflegtes Kleinod wie unser historisches Kino vermutet ja niemand hier in einer Kleinstadt. Die haben also gleich gemerkt, das es hier etwas ganz Besonderes gibt."

Im Gespräch habe man damals auch über eine Eröffnungsgala in Frankenberg gesprochen. Hanitzsch hielt dies aber immer nur für eine Art der Höflichkeit seitens der Veranstalter - bis kurz vor Weihnachten tatsächlich eine konkrete Anfrage kam. "Ich finde es natürlich toll, das nicht einfach so dahergeredet wird", sagt Hanitzsch nun.

Allerdings hatte der stellvertretende Vereinsvorsitzende auch gleich alle Hände voll zu tun, denn der Veranstaltungsplan für 2020 war längst fertig und auch proppevoll. Letztendlich ging es aber nur noch um den Auftakttermin, und der steht mit dem 23. März nun fest im Kalender. 10.30 Uhr soll die Veranstaltung beginnen, in der der Kinoverein sich auch präsentieren will, inklusive der Breakdancer der im Kino aktiven Broken Beat Crew.

Für die Schulkinowochen in Sachsen laufen seit September die Anmeldungen für die insgesamt fast 50 Spielstätten im Freistaat. Neben Frankenberg sind laut Veranstalter in Mittelsachsen auch noch die Filmbühne Mittweida und das Kinopolis in Freiberg dabei. In Mittweida laufen acht unterschiedliche Filme für Schüler der ersten bis zwölften Klassen. In Freiberg können die Schulen aus 40 Angeboten auswählen, von der Dokumentation "Flüstern und Schreien" über die "anderen" Rockbands in der DDR bis hin zum aktuellen Film "Als Adolf Hitler das rosa Kaninchen stahl".

Matthis Hanitzsch beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Angebot der Schulkinowochen. "Vor allem in den großen Städten sind auch jetzt noch viele Plätze frei, es gibt auch Angebote, die gar nicht angenommen werden", erklärt er. "Die große Ausnahme im Veranstaltungsplan ist schon immer Frankenberg, denn wir sind gut ausgelastet." Warum das so ist, kann der Kinofan auch begründen. "Wir fragen im Vorfeld in den Schulen, was die sehen wollen und was zum Lehrplan passt", sagt Hanitzsch.

Dieses Mal sind das vom 23. März bis 3. April acht verschiedene Angebote mit "Fritzi, eine Wendewundergeschichte" als Auftaktfilm. Der Zeichentrick kam 2019 in die Kinos und thematisiert die friedliche Revolution in der DDR. Zu allen Aufführungen in Frankenberg wird im Nachgang auch ein Filmgespräch angeboten. Was wann in welcher Stadt zu sehen ist, zeigt die Homepage. www.schulkinowoche.de

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