Ein Computergame made in Mittweida

Studenten der Hochschule haben ein Partyspiel herausgebracht, in dem zwei Mannschaften gegeneinander antreten. Doch für die Entwicklung war gute Zusammenarbeit im Team entscheidend.

Mittweida.

Computerspiele sind ein unterhaltsamer Zeitvertreib, doch deren Entwicklung ist ein hartes Stück Arbeit. Das bekam der Abschlussjahrgang in Medieninformatik und interaktivem Entertainment der Hochschule Mittweida zu spüren, als die Studenten ihr eigenes Spiel entwickelt haben. Alexander Marbach, Professor des Studiengangs, hatte seinen 34 Absolventen nur eine Vorgabe gegeben: Am Ende sollte das Spiel fertig sein.

"Zuerst wollten wir ein Plattformer mit Kampfelementen machen", sagte Tina Kießling, die zusammen mit ihrem Kommilitonen Leon Portius das Programmierteam geleitet hat. Es sollte ein klassisches Jump'n'Run-Spiel werden, ähnlich wie die "Super Mario"-Spiele. Doch allein schon die Bewegungen -wie Springen und Laufen - zu programmieren, sei zu umfangreich gewesen, berichtet sie. Nicht zu vergessen das geplante Kampfsystem, das auch noch mal ein gutes Stück Arbeit gewesen wäre.

Nach drei Monaten hätten sich die Studenten entschieden noch einmal neu anzufangen. Damit blieb allerdings auch weniger Zeit für die Fertigstellung. "Das hat nur geklappt, weil das Team so gut zusammengehalten hat", sagt Tina Kießling. In der letzten Woche haben alle zum wiederholten Mal mit angepackt, berichtet ihre Kommilitonin Anja Schmidt, Co-Leiterin des Art-Teams, das die die Charaktere und die Umgebung des Spiels gestaltet hat. "Jeder wollte, dass das Spiel fertig wird", betont Anja Schmidt.

Entstanden ist dabei "Scoo-King", eine virtuelle Küchenschlacht für vier Spieler. "Es ist ein Zwei-gegen-Zwei-Spiel", erklärt Ibrahim Kirschstein, der Creative Director. Die Spieler müssen in der eigenen Küche Zutaten sammeln und daraus Gerichte kochen. "Diese werfen sie dann auf die gegnerische Küche. Durch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Gerichte ergibt sich ein interessantes Chaos", sagt Ibrahim Kirschstein. Gewonnen hat das Team, welches am Ende noch steht.

Professor Alexander Marbach überzeugt das Spiel seiner Studenten. "In jedem Entwicklungsprozess gibt es eine Mitte, in der die Motivation erschöpft und das Ende noch nicht absehbar ist", sagt er. "Doch je größer der Zusammenhalt ist, desto besser lässt sich dieses Tal durchschreiten." Seiner Meinung nach ist das Spiel nur durch das Teamwork so gut geworden. "Ich kenne ähnlich gute Projekte, die auf Kosten der Entwickler gingen", bemerkt Marbach. Das sei allerdings nicht das Ziel des Studiums gewesen. "Die Studenten sollten etwas über die Spieleproduktion lernen", erklärt der Mittweidaer Professor.

Der Name "Scoo-King" ist aus den Wörtern Skate - Englisch für Eis- oder Rollschuhlaufen - und Cooking - Englisch für Kochen - entstanden. "Angefangen hat es mit der Idee, die Charaktere über den Boden schlittern zu lassen", erklärt der Creative Director. Diese Inspiration komme von den Eisrätseln aus den Pokémon-Spielen. Dort rutschte die Spielfigur solange bis sie auf ein Hindernis prallt. Auffallend ist außerdem eine flüchtige Ähnlichkeit mit dem Kochspiel "Overcooked". "Diese Assoziation kommt häufig. Wir haben uns die Perspektive und die Kamerawinkel bei 'Overcooked' angesehen. Und diese als Orientierungspunkte für unser Spiel genutzt", erklärt Leon Portius.

Derzeit ist "Scoo-King" nur auf dem PC spielbar. "Wir hatten eventuell noch geplant, das Spiel für die Nintendo-Switch-Konsole verfügbar zu machen", sagt Tina Kießling. Dafür müsste das Spiel allerdings bearbeitet werden, um etwa die Steuerung an die Konsole anzupassen. Die dafür nötige Software sei jedoch relativ teuer. "Es ist auch davon abhängig, wie viel Zeit wir neben unseren Praktika haben", erklärt Ibrahim Kirschstein.

Nach der Fertigstellung des Spiels liege es nun an den Studenten, wie es mit "Scoo-King" weitergeht, sagt Professor Alexander Marbach. Für ihn ist das Projekt abgeschlossen: "Es ist ein Lehrgegenstand gewesen." Die Studenten sollten lernen wie eine Produktion abläuft, was schiefgehen kann und welche Fehler bei der Planung entstehen.

Wer "Scoo-King" selbst ausprobieren will, kann das Spiel im Internet gratis herunterladen. Es läuft auf dem Betriebssystem Windows 10 und wird mit Controllern gespielt:

 

https://games-studieren.itch.io/ scooking

 

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