Ein Sanitärhäuschen für die Besucher von Ringethal

Der Gemeindepädagoge des Freizeitzentrums Ringethal schlüpft derzeit für ein eher ungewöhnliches Bauprojekt in die Rolle des Handwerkers.

Mittweida.

Noch kann man nicht mal erahnen, was aus dem Rohbau werden soll, der auf dem Areal des Evangelischen Freizeitzentrums Ringethal steht. Das kleine Häuschen hat bisher nicht mehr als vier Wände und ein Dach. Somit hat Gemeindepädagoge Ernst-Michael Weidauer noch einiges zu tun, wenn er daraus ein Sanitärhaus bauen will. Als gelernter Heizungs- und Sanitärinstallateur bringt Weidauer, der auch schon eine eigene Handwerksfirma hatte, Erfahrungen für das Projekt mit. Sein Wissen und seine handwerklichen Fertigkeiten hat er schon benutzt, um in den vergangenen fünf Jahren die Toiletten im Freizeitzentrum zu sanieren. Neben der Funktionalität lege er auch großen Wert auf Stil. "Für mich ist ein Bad nicht nur ein Raum, wo man mal so hingeht", so Weidauer.

Diese Philosophie will er auch in seinem neuen Projekt umsetzen. Den Bau der Anlage übernimmt Weidauer selbst, doch trotz seiner "Muskelhypothek" werde das Sanitärhaus 44.000 Euro kosten. Einen großen Teil der Summe übernimmt der Kommunale Sozialverband Sachsen. Der Rest solle durch Spenden finanziert werden. Weidauer will auch die Stadt Mittweida um Unterstützung bitten.

Denn das Projekt soll von vielen Menschen genutzt werden. Er merke, wenn sich Reisegruppen die Kirche ansehen oder Veranstaltungen im Freizeitzentrum stattfinden, dass die sanitären Anlagen im Haus nicht ausreichend seien. "Jeder muss mal müssen", sagte er. Deswegen soll das Sanitätshaus mit zwei Toiletten ausgestattet werden. Zusätzlich kommt ein rollstuhlgerechtes WC mit Dusche und eine normale Dusche in das Haus. Nach der Fertigstellung solle das Häuschen immer geöffnet sein. Sodass nicht nur Besucher der Kirche und des Freizeitzentrums, sondern auch Wanderer und Spaziergänger sowie Besucher des benachbarten Schlosses und des Baumparks die Anlage nutzen können. "Vor Vandalismus habe ich keine Angst", sagte der Gemeindepädagoge. Mit der offenen Kirche im Sommer habe er auch gute Erfahrungen gemacht. Die Reinigungsaufgabe lasse sich gut lösen, da das Sanitärhaus auf dem Gelände des Freizeitzentrums steht. Er hoffe, mit freiwilligen Spenden der Besucher die Kosten der Reinigung zu decken.

Bei seiner Hauptarbeit als Gemeindepädagoge bietet Weidauer jedes Jahr im Sommer ein Feriencamp an. Etwa 40 Schüler von vierten und zehnten Klassenstufe kommen eine Woche lang zum Zelten nach Ringethal. Deswegen benötige er die beiden Duschen.

Das Programm für die Camper entwickelt Weidauer selbst. Neben der Bibelarbeit dürfen die Jungs praktisch arbeiten. So haben die Schüler in den vergangenen Jahren einen Zaun auf dem Gelände des Zentrums repariert und einen Brunnen gebaut. Wegen Corona musste das Camp im Vorjahr ausfallen. Nun nutzt Weidauer die Zeit, um ein Konzept für dieses Jahr zu entwickeln und ein Angebot für Jungen und vielleicht auch Mädchen zu gestalten. "Wir sind viel an der frischen Luft, deswegen sehe eigentlich keine großen Schwierigkeiten", sagte Weidauer.

Für Informationen zum Projekt und Spendenmöglichkeiten kann man sich an Ernst-Michael Weidauer unter der Telefonnummer 03727 3101 wenden.

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