Ein Vierteljahrhundert Erlebnisbad

1994 wurde das Oederaner Stadtbad wiedereröffnet. 25 Jahre später hat es treue und neue Fans, aber auch einige Baustellen.

Oederan.

Steffen Schneider erinnert sich: "Ich weiß noch, wie wir mit Blumen und Pralinen ins Regierungspräsidium gefahren sind, um den Scheck abzuholen." Der Oederaner Bürgermeister war als Hauptamtsleiter Anfang der 1990er-Jahre dabei, als der Weg für den Umbau des Stadtbades mit Fördermitteln freigemacht wurde. Nach der Wiedereröffnung 1994 hatte Oederan eines der modernsten Bäder der Region - mit zwei Rutschen, Edelstahlbecken und Sportangeboten.

Heute zieht das Bad rund 30.000 Gäste pro Saison an, an guten Tagen 2000. Melina (9) und Iven (8) sind öfter da: Der Sprungturm ist Ivens Highlight, Melina mag "alles außer kalt duschen", und ihre Omas betonen, wie froh sie sind, das Bad zu haben. Einzige Kritik: die Wartezeiten am Kiosk. Auch Jahreskarteninhaber Manfred Schönfeld hält dem Bad die Treue: "Wir haben ein modernes Bad, wer hat so etwas schon?" Ihn ärgern Schlangen am Imbiss, das bis zur Vorwoche weggefallene Frühschwimmen und die kaputte Solaranlage. Die erwärmt das Wasser um zwei bis drei Grad. Ohne habe das Becken vor der jüngsten Hitze nur 18 Grad Celsius gehabt, was auch bei Schwimmtrainer Mike Kretzschmar zur Sorge führt, Stammkunden könnten auf andere Bäder ausweichen. Die Saison laufe gut, doch es könnten mehr Gäste sein, meint auch Schwimmmeister Lars Meike.


Für die Stadtverwaltung ist kein Kritikpunkt neu: "Manches ist nach 25 Jahren sanierungsbedürftig", sagt Marco Metzler von der Wirtschafts- und Tourismusförderung. Doch alles auf den neuesten Stand zu bringen, könne bis zu 200.000 Euro kosten und sei ohne Zuschuss nicht zu stemmen. Die Solaranlage und die Pumpen brauchen eine Generalüberholung, so Bürgermeister Steffen Schneider. Im Erlebnisbecken müsse eine korrodierte Stelle in der Edelstahlwand ausgetauscht werden. "Das geht nur außerhalb der Saison." Für 2020 habe man nun ein Förderprogramm ins Auge gefasst.

Viel Unzufriedenheit hatte es wegen verkürzter Öffnungszeiten gegeben - eine Folge daraus, dass ein zweiter, neuer Schwimmmeister den Job wieder aufgab, so Schneider. Rechtlich reiche es nicht, wenn ein Rettungsschwimmer anwesend sei. Fachangestellte für Bäderwesen seien indes Mangelware. Deswegen stelle die Stadt die Fachangestellten nun ganzjährig an, arbeite an einer Kooperation mit anderen Gemeinden, um Nachwuchs auszubilden.

Auch die Kritik am Kiosk, den die Stadt verpachtet, verhallt nicht ungehört. Gastronom Roger Sandler, der für den Kiosk-Betreiber "Essbar" arbeitet, will künftig bei super Wetter ein zweites Fenster öffnen und eine zusätzliche Kraft einsetzen. Krankheitsbedingte Ausfälle hätten für verschobene Öffnungszeiten gesorgt. Auch Metzler hofft auf Verständnis: Der Kiosk müsse sich tragen und bei wenigen Gästen mit Personalkosten sorgsam umgehen.


Regelmäßig zu Besuch

Stefanie Weigelt (27) und Alexander Kramer (36) aus Schlegel bei Hainichen kommen oft nach Oederan. "Das Bad ist schön großflächig, gepflegt und hat viele Liegemöglichkeiten", sagt sie. Die Auswahl an Attraktionen sei toll, das Essen lecker. Er lobt, dass es auch einen Kinderbereich gibt. Seit das Bad wieder länger offen hat, gäbe es nichts mehr zu meckern. (kala)

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