Eine große Liebe hält nun schon 65 Ehejahre

Helga und Rudolf Lösch haben in Frankenberg ihre Eiserne Hochzeit gefeiert. Die große Runde im Kreis der Familie mussten sie wegen Corona absagen.

Frankenberg.

Kinder, Enkel, Urenkel und Verwandte haben dem Jubelpaar mit einer Anzeige in der "Freien Presse" gratuliert. "Echte Liebesgeschichten gehen nie zu Ende" war da zu lesen. Die Zeitung lag bei Helga und Rudolf Lösch in Frankenberg natürlich auf dem Tisch, als sie am Donnerstag auf ihre Eiserne Hochzeit anstoßen konnten.

Seit 65 Jahren sind sie verheiratet. Ihre Hochzeitstage können sie auch gar nicht mehr verpassen, weil am 26. November auch einer ihrer vier Enkel Geburtstag hat. "Da haben wir in den vergangenen Jahren einfach immer mitgefeiert", sagte der 84-jährige Rudolf. Dieses Mal war aber ein großes Fest geplant, am Samstag in einem Lokal in Sachsenburg. Wegen der Coronabeschränkungen hat das Paar die Feier schon vor Wochen abgesagt. Die Gästeliste war auch lang: Die Familien von Sohn und Tochter, vier Enkel, drei Urenkel. Dazu noch Neffen, Nichten und gute Freunde.

Das Paar freut sich dennoch, auf 65 Ehejahre in der eigenen Wohnung zurückzublicken, rüstig und gesund. "Uns geht es gut, blendend wäre aber übertrieben", sagt Rudolf und zitiert die belgische Radsportlegende Eddy Merckx: "Wenn ich morgens aufstehe und mir tut was weh, dann merke ich doch, dass ich noch lebe." Rudolf Lösch wurde im erzgebirgischen Wolkenstein geboren. Nach Frankenberg kam er schon als Kind, weil sein Vater an das hiesige Amtsgericht versetzt wurde. Seine ein Jahr jüngere Frau ist eine echte Frankenbergerin. Kennen- und lieben gelernt haben sie sich beim Tanz im alten Saal des "Stadtparks", dem heutigen Kulturforum.

Die Hochzeitsfeier gab es damals Zuhause. Sein großes Hobby war zunächst der Feldhandball, dann wechselte er zum Florettfechten. Trainiert wurde in Frankenberg in der Radfahrhalle oberhalb des Sportplatzes Hammertal. Rudolf schaffte es sogar in die DDR-Oberliga der Junioren. Er erlernte das Bäckerhandwerk, machte seinen Meister im eigenen Geschäft auf der Kochmannstraße. 1978 wurde der Laden Teil der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH). Kurz nach der Wende konnte er als Mitarbeiter der Frankenberger Backwaren vorzeitig in Rente gehen.

Helga Lösch war im Großhandel im Bereich Kultur- und Sportartikel in einer Frankenberger Außenstelle tätig. Dort hatte sie oft Sachen in den Händen, die zu DDR-Zeiten für normale Bürger gar nicht oder schwer zu bekommen waren. "Dazu gehörten zum Beispiel auch Sportschuhe von Adidas", erinnert sie sich.

1996 zog das Paar von der Hohen Straße in ein neu gebautes Mehrfamilienhaus an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße im Wohngebiet Lützelhöhe. Dort setzt er sich Rudolf heute noch gern an sein Keyboard.

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