Eine weitere Million Euro fürs Schloss

Frankenberg erhält aus ehemaligem Parteivermögen Fördergeld für die KZ-Gedenkstätte und das Wohnschloss in Sachsenburg. Nun muss nur noch gebaut werden.

Frankenberg.

Für die Errichtung der Gedenkstätte "Frühes KZ Sachsenburg" und für die Sanierung des Schlosses Sachsenburg hat die Stadt Frankenberg jetzt zusätzliches Fördergeld bekommen. Die Gedenkstätte wird laut Ralf-Peter Regner, Beigeordneter der Stadt Frankenberg, mit 370.000 Euro vom sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bezuschusst. Für das Schloss Sachsenburg seien der Stadt 1 Million Euro vom sächsischen Innenministerium zugesagt worden. "Die Fördermittel sind für beide Vorhaben zweckgebunden", erklärt Regner. Das Geld stamme aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR. Der Freistaat wird in diesem Jahr daraus knapp 62 Millionen Euro erhalten.

Der Frankenberger Stadtrat hat den Weg für die KZ-Gedenkstätte Sachsenburg bereits freigegeben. Die zentrale Ausstellung der Gedenkstätte soll in dem ehemaligen Zellengebäude untergebracht werden, das im Obergeschoss knapp 190Quadratmeter Platz bietet, plus mögliche Erweiterungsflächen im Dachgeschoss. Zudem gibt es Pläne zu einer Außenraumausstellung, dem "Pfad der Erinnerungen". Stelen und Tafeln sollen über die Geschichte von Teilen des früheren KZ informieren. Die ehemalige Kommandantenvilla wird abgerissen, die Grundmauern sollen aber erhalten bleiben. 1,2 Millionen Euro kostet das Vorhaben voraussichtlich. Finanziert werden soll das Projekt mit Fördermitteln von Freistaat und Bund.

Allein 8 Millionen Euro kostet laut Regner die Sicherung und bauliche Instandsetzung des spätgotischen Wohnschlosses Sachsenburg. 7,1 Millionen Euro hatte die Stadt bereits als Fördermittel bewilligt bekommen. 10 Prozent muss die Stadt als Eigenanteil erbringen.

Seit dem Jahr 2001 hatte sich der Verein Kuratorium Schloss Sachsenburg hier engagiert und erste Sanierungen vorgenommen. Im Jahr 2008 übernahm dann die Stadt Frankenberg die Verantwortung für das Schloss. Im vergangenen Jahr wurde das Schloss Sachsenburg denkmalpflegerisch und restauratorisch unter die Lupe genommen. Dabei entdeckte Diplomrestaurator Michael Lange einige besondere Kostbarkeiten. An einem Fenster im Nebenraum der kleinen Kapelle fand er eine Rahmenfüllung mit einem integrierten Engel, an anderer Stelle hatte er eine Öffnung freigelegt, die den Blick in die kleine Kapelle zulässt. In der kleinen Kapelle gab es einen weiteren bemerkenswerten Fund: die Darstellung von zwei Weihekreuzen, die vermutlich aus der Zeit vor der Reformation stammen.

Mit der Sanierung möchte die Stadt das Schloss künftig wieder für die Öffentlichkeit zugängig machen. Zur jüngsten Stadtratssitzung im September wurden Bauaufträge für den Abbruch und den Rohbau vergeben und ein Architekturbüro mit der Objektplanung beauftragt. Die Hauptarbeiten werden aber wahrscheinlich erst im Frühsommer 2019 beginnen.

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