Elektronikdienstler offen für neue Produktideen

Die Firma IMM holt sich mit jungen Softwareentwicklern digitale Trend-setter ins Haus. Im Kern bleibt sie Gerätebauer.

Mittweida.

Gründer Detlev Müller will mit einer Firma IMM elektronics GmbH zwar immer Trendsetter sein, Impulse geben. Und dennoch hängt der Chef des Elektronikdienstleisters zugleich an den Wurzeln: In Mittweida soll die Firma auch 28 Jahre nach Gründung ansässig bleiben, kein chinesischer Investor soll Anteile an dem Familienbetrieb bekommen, "und ich hoffe, die Welt bleibt analog", sagte der 60-Jährige am Montag.

Der im Gerätebau groß gewordene Elektronikdienstleister IMM soll sich in den kommenden Jahren stärker mit Digitalisierungstrends beschäftigen und mit teils neuen Partnern neue Produkte kreieren. Das kündigte der geschäftsführende Gesellschafter des rund 150 Mitarbeiter zählenden Familienunternehmens am Montag an. Dazu beitragen könnten innovative Startups, wie die von hiesigen Studenten gegründete Firma Cinector. Die jungen Softwareentwickler sind jetzt in eines der IMM-Gebäude eingezogen. Mit ihnen will Müller als Partner an neuen digitalen Produkten tüfteln.


Noch dominieren aber die klassischen Geschäftsfelder die Bilanz des Unternehmens. So sind 65 Prozent des Umsatzes von etwa 15 Millionen Euro im Vorjahr (2017: 15,7 Millionen Euro) mit Geräten der Unterhaltungs- und Medientechnik erwirtschaftet worden. Unter anderem produziert IMM Tontechnik-Geräte im Auftrag von Firmen, welche diese Geräte dann an Endkunden weltweit vertreiben. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Audio-Technik der Mittweidaer Direct-Out GmbH, die in Opernhäusern, bei Radiosendern oder bei Live-Konzerten wie denen der Rockband Rammstein zum Einsatz kommt. Das Partnerunternehmen von IMM bringt voraussichtlich Mitte des Jahres ein neues Gerät auf den Markt, wie deren Geschäftsführer Jan Ehrlich am Montag ankündigte. Bei der Geräteserie, welche unter dem Namen Prodigy (deutsch: Wunderkind) in den nächsten Tagen auf der Frankfurter Musikmesse präsentiert wird, wurden auch die Entwicklungskapazitäten von IMM genutzt. Aus der Jahresbilanz für 2018 geht hervor, dass die Umsätze der IMM-Entwickler zuletzt gestiegen sind, aber sinkende Umsätze in der Produktion nicht kompensieren konnten.

Zum Kerngeschäft von IMM zählen neben der Unterhaltungstechnik die Entwicklung und Produktion elektronischer Baugruppen und Geräte in den Bereichen Automation, Medizintechnik und Exergaming (Mix aus Spiel und Bewegung). Noch hat die bekannteste Eigenentwicklung von IMM, die elektronischen Reaktionswand T-Wall, nur fünf Prozent Anteil am Gesamtumsatz. Doch hier erwartet Müller ein Wachstum. So soll die bisher vor allem im Ausland erfolgreich vertriebene interaktive Trainingswand jetzt im Rahmen eines Projekts stärker in Schulen der Region als Bewegungsangebot für Schüler eingesetzt werden.

Für dieses Jahr erwartet IMM laut Müller insgesamt ein Umsatzwachstum auf 16,7 Millionen Euro. Gestützt wird die Hoffnung vom Auftragseingang. Schon jetzt habe man mehr als 90 Prozent der Aufträge für das gesamte Jahr sicher.

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