Englisch-Abi startet trotz Bus-Streik pünktlich

Auch Regiobus von Aktion betroffen - Prüflinge sollen keine Nachteile haben

Mittweida/Frankenberg.

Der Warnstreik im regionalen Linienverkehr macht sich auch in Mittelsachsen bemerkbar. Denn unter den Verkehrsgesellschaften, deren Angestellte am heutigen Mittwoch bis 8 Uhr die Arbeit niederlegen wollen, ist auch das mittelsächsische Busunternehmen Regiobus. Wie viele seiner Mitarbeiter sich an dem Streik beteiligen, war für Geschäftsführer Michael Tanne am Dienstag zwar nicht absehbar. "Aber selbst wenn es wenige sind, rechnen wir mit erheblichen Auswirkungen im Linienverkehr." Betroffen sei auch die Schülerbeförderung am Morgen. "Bis das System wieder in den Tritt kommt, wird es nach Streik-Ende wohl noch eine Stunde dauern", prognostizierte Tanne. Bis etwa 9 Uhr könne es daher zu Einschränkungen kommen.

Zugleich stehen ab 8 Uhr sachsenweit Abiturprüfungen unter anderem in Englisch, Russisch und Spanisch an. "Der Termin steht", sagte am Dienstag Dirk Becker, Leiter des Gymnasiums Mittweida. Dort sollen am Mittwoch 23 Abiturienten ihre Englisch-Prüfungen schreiben. Zwar hatte das Kultusministerium den Schulen freigestellt, die Prüfungen nach hinten zu verlegen. In Mittweida sei dies jedoch nicht geplant. "Die Prüfungen werden planmäßig durchgeführt", so Becker. "Schüler, die verspätet kommen, können aber länger schreiben." Dies gilt laut Ministerium für alle Abiturienten, die bis 9.30 Uhr eintreffen.

Ebenso verfährt das Luthergymnasium in Frankenberg. Dort schreiben laut Schulleiter Ingo Pezold 37 Abiturienten ihre Englisch-Prüfungen. Die betroffenen Schüler hätten sich am Dienstag selbst für den regulären Beginn ausgesprochen. "Sie wollen Fahrgemeinschaften bilden, mit dem eigenen Auto oder zu Fuß kommen", erklärte Pezold. Sollten einzelne Abiturienten es dennoch nicht pünktlich schaffen, sei für sie eine Zeitverlängerung vorgesehen.

Die Angestellten des sächsischen Regionalverkehrs wollen mit dem Streik ihren Forderungen nach höheren Löhnen Nachdruck verleihen. So soll das Einstiegsgehalt von derzeit 12,30 Euro auf 15,66 Euro pro Stunde steigen. Sachsenweit könnten laut der Gewerkschaft Verdi bis zu 1376 Angestellte die Arbeit niederlegen. "Wir gehen davon aus, dass in dieser Zeit im gesamten Gebiet kein Bus unterwegs sein wird", sagte Gerd Doepelheuer, Verdi-Landesfachbereichsleiter für Verkehr.

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