Erlau setzt auf Glasfaser bis ans Haus

Die Gemeinde will den Ausbau der Technologie für das schnelle Internet vorantreiben. Gut 770 Haushalte könnten davon profitieren.

Erlau/Seelitz.

Vom Ausbau der Technik fürs schnelle Internet in Erlau sollen noch mehr Haushalte profitieren als anfangs vorgesehen. Der Gemeinderat hat entschieden, dass die Kommune einen anderen technologischen Weg einschlägt.

Geplant war, beim Breitbandausbau Glasfaserkabel bis an die Kabelverzweiger heran verlegen zu lassen. Der Datenstrom wäre über vorhandene Kupferleitungen zwischen Verteilerkasten und Haushalt geflossen. Nun setzt man auf FTTC. Das ist die Abkürzung für englisch Fibre To The Basement oder Fibre To The Building. "Glasfaser wird dabei bis ins Haus oder in Grundstücksnähe verlegt", erläutert Erlaus Bürgermeister Peter Ahnert (parteilos).

Nur noch diese Technologie werde gefördert. In der bisherigen Planung wären 386 Adresspunkte mit schneller Internettechnik ausgestattet worden. Das habe 510 Haushalten entsprochen. Nun seien es 567 Adresspunkte, zu denen wie bisher drei Schulen zählen. Vom neuen Ausbauweg würden 773 Haushalte profitieren. Installiert werden soll im gesamten förderfähigen Gemeindegebiet. Dazu gehören Haushalte, die nur mit Internet mit einer Übertragungsrate von unter 30 Megabit pro Sekunde versorgt sind.

Die erste Variante hätte rund 3,6Millionen Euro gekostet. Für die zweite Variante wird mit Kosten von rund 7,2 Millionen Euro gerechnet. In Aussicht ist gestellt, dass Bund und Land das Geld komplett bereitsstellen. Die Fördermittel habe die Gemeinde nun bei der Atene KOM GmbH beantragt. Sie regelt die Fördermittelvergabe für den Bund. Möglich sei, dass die Kosten noch einmal neu beziffert werden.

"Wir erwarten im September den vorläufigen Bescheid", so Ahnert. Dann werde die Firma Mugler aus Oberlungwitz beauftragt, die Ausschreibungen vorzubereiten. Rund 27.000 Euro sind dafür eingeplant. Die Umsetzung des Projektes legt Erlau in die Hände von Firmen. Die Kommune lässt nach Wirtschaftlichkeitslückenmodell ausbauen. Danach reicht sie die Fördermittel für den Bau, der von Telekommunikationsfirmen übernommen wird, weiter. Die Firmen sind später Besitzer der Anlagen. Frühestens Anfang 2020 könnten die Bauarbeiten beginnen, schätzt Ahnert.

In Seelitz verfährt man nach gleichem Modell. Dort würden bereits Angebote von Bietern für den Ausbau eingeholt, so Bürgermeister Thomas Oertel (parteilos). "Ich rechne mit einer Auftragsvergabe im letzten Quartal 2018." Glasfaser soll in Köttern, Neuwerder, Zschaagwitz, Gröbschütz, Zschauitz und Neudörfchen bis an die Häuser gelegt werden. 115 Haushalte würden profitieren. Gerechnet wird mit Kosten von 1,35 Millionen Euro.

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