Erlauer Landwirte schreiben Naturschutz groß

Intensiv Landwirtschaft betreiben und dabei die Artenvielfalt erhalten. Zwei Unternehmen aus dem Landkreis wollen sich der Aufgabe stellen.

Erlau/Niederbobritzsch.

Erfolgsdruck bei der Fleisch- und Pflanzenproduktion einerseits - Insekten, Pflanzen, Kleintiere und die Umwelt erhalten andererseits. In zwei mittelsächsischen Landwirtschaftsbetrieben soll das künftig besser miteinander verbunden werden. 40 Naturschutzprojekte will die Agraset Agrargenossenschaft Naundorf bei Rochlitz in den nächsten 10 bis 15 Jahren umsetzen. 29 sind es beim Familienunternehmen Bobritzschtalgalloways Haupt in Niederbobritzsch. Für die Unternehmen wurde ein Naturschutz-Leitfaden erstellt. Erarbeitet hat den der für den Landkreis Mittelsachsen zuständige Landschaftspflegeverband Mulde/Flöha. "Freie Presse" fasst die zentralen Punkte zusammen.

Hecken an den Feldrändern: Einige dieser Schutzstellen für Wildtiere gibt es bei Agraset bereits. Viele sind aber alt und zugewuchert und sollen deshalb erneuert werden. "Hecken sind wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und viele weitere Tierarten", sagt Jutta Schneller, Naturschutzberaterin im Landschaftspflegeverband. Durch die Heckenpflege entstehe Schnittgut, das zu Haufen aufgetürmt, ebenfalls Tieren einen Lebensraum biete.


Streuobstwiese angelegt: An der Erlauer Milchviehanlage soll eine Streuobstwiese entstehen. "Ziel ist, Obstsorten zu erhalten und Insekten einen Lebensraum zu bieten", so Nicole Beyer, bei Agraset für das Pacht- und Flächenmanagement zuständig.

Steinhaufen als Rückzugsorte: Durch das Aufschichten von gesammelten Steinen entstehen Rückzugsmöglichkeiten für Reptilien und Insekten. Bestehende Steinhaufen, die schon alt und zugewachsen sind, sollen wieder freigeschnitten werden.

Blühstreifen an Feldern: Agraset legt sie bereits seit Jahren an. Es sollen jedoch noch mehr werden. "Sie tragen dazu bei, das Nahrungsangebot für Bienen und zahlreiche weitere Insekten während der Sommermonate zu gewährleisten", erklärt Verbandsgeschäftsführer Jörg Semmig. Viele Blumen- und andere Pflanzenarten wachsen in diesen Streifen durcheinander.

Informationstafeln für Passanten: Agraset hat vom Verband Info-Tafeln bekommen. Einige sollen an Feldrändern aufgestellt werden und Spaziergänger auf Naturschutzprojekte hinweisen. Weitere Tafeln gibt es für Grünbereiche in Bauernhöfen.

Mit Natur im Einklang: Jan Gumpert ist davon überzeugt, dass Naturschutz keinesfalls Produktionsverringerung bedeutet - im Gegenteil. "Naturschutz und Produktion müssen in Einklang sein. Wir werden Flächen, die geeignet sind, dafür nutzen", sagt er. Agraset bewirtschaftet in traditioneller Kreislaufwirtschaft 5200 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Zum Bestand gehören auch 926 Milchkühe mit deren Nachzucht und rund 16.200 aufgezogene Mastschweine pro Jahr. Etwa 230 Mutterkühe weiden auf 300 Hektar ökologischem Grünland.

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