Erste Untersuchungen bringen kostbare Kleinode ans Licht

Fünf Monate lang hatte ein Restaurator Schloss Sachsenburg denkmalpflegerisch und restauratorisch unter die Lupe genommen. Nun kann geplant werden.

Frankenberg.

Noch Ende dieses Jahres könnten die ersten vorbereitenden Baumaßnahmen auf Schloss Sachsenburg starten, das derzeit für die Öffentlichkeit geschlossen ist. Davon geht Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) aus. Die vorbereitenden Untersuchungen hat Diplomrestaurator Michael Lange jetzt abgeschlossen. Diese Ergebnisse seien laut Ralf-Peter Regner, Beigeordneter der Stadt Frankenberg, die Grundlage für die weiteren Planungen. Dieses Jahr im Herbst soll die Entwurfsplanung vorliegen.

Mehr als fünf Monate hatte Lange das Schloss restauratorisch und denkmalpflegerisch untersucht. Dabei entdeckte er laut Regner auch einige besondere Kostbarkeiten. An einem Fenster im Nebenraum der kleinen Kapelle habe er eine Rahmenfüllung mit einem integrierten Engel gefunden, an anderer Stelle eine Öffnung freigelegt, die den Blick in die kleine Kapelle zulässt. In der kleinen Kapelle gebe es einen weiteren bemerkenswerten Fund: "An der Empore hat Lange die Darstellung zweier Weihekreuze gefunden, die vermutlich aus der Zeit vor der Reformation stammen könnten", erklärte Regner. Nun würde nach weiteren Weihekreuzen gesucht, denn nach der Weihe der Kirche seien symbolisch insgesamt zwölf Weihekreuze gezeichnet worden. Zudem fänden sich sehr kräftige Farb-Kontraste unter anderem am Gewölbe in der Durchfahrt. Diese Ausmalungen würden von einer Umbauphase in den 1920er-Jahren zeugen. In den kommenden Wochen wolle nun das Landesamt für Denkmalpflege entscheiden, welche Flächen vollständig freigelegt und restauriert werden. "Das Landesamt bewertet das Bauwerk als eines der baukünstlerisch qualitätsvollsten und historisch aussagekräftigsten Zeugnisse herrschaftlicher Profanbaukunst am Ende des Mittelalters in Sachsen", erklärte Ralf-Peter Regner. Aus diesem Grund unterstütze die Behörde auch die Sanierung des Schlosses.

Verständnis für die umfangreichen Untersuchungen zeigte auch Ulf Hoffmann, Vorsitzender der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Mittelsachsen (DLRG) in Sachsenburg. Der Verein hatte am Wochenende das zweite Schlosstreppenfest organisiert. Dieses Jahr konnten allerdings keine Führungen angeboten werden. Der Restaurator habe viele Flächen mit Zetteln markiert, "der kleinste Windhauch hätte genügt, um alles durcheinander zu wirbeln", so Hoffmann. Und obwohl dieses Jahr mit etwa 200 nur die Hälfte der Gäste wie 2016 da war, war er zufrieden mit der Resonanz. "Wir haben Führungen um das Schloss herum angeboten", sagte er. Auch nächstes Jahr soll es ein Schlosstreppenfest geben. "Wir hoffen, dass wir dann trotz Bauarbeiten einige Teilbereiche zeigen können", so Hoffmann.

Schloss Sachsenburg, das der Stadt Frankenberg gehört, soll wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Rund 7,1 Millionen Euro Fördergeld hat Frankenberg bewilligt bekommen. 795.000 Euro steuert die Kommune bei.

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