"Es ist schwer, Leute zu finden, die spenden"

Wildfremde Menschen einfach ansprechen und fragen, was sie da tun, das gehört sich eigentlich nicht. Die "Freie Presse" macht es trotzdem. Heute: Maik Manuel Frenzel, der mitten in Chemnitz Unterstützer für ein besonderes Fahrzeug sucht.

Freie Presse: Was machen Sie denn da?

Maik Manuel Frenzel: Ich bin auf der Suche nach Menschen, die den Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser finanziell unterstützen möchten.

Welche Herzenswünsche sollen erfüllt werden?

Die meisten Menschen, die den Wagen nutzen, sind Gäste in einem Hospiz. Viele wollen noch einmal einen Ausflug machen. Ins Legoland, nach Disneyland Paris oder zu einem Fußballspiel des Lieblingsvereins. Dahin werden die Menschen mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen gebracht.

Sind Sie mit ihrem Anliegen nur in Chemnitz unterwegs?

Nein, ich sammle auch in anderen Städten wie Dresden, Berlin oder Magdeburg. Immer jeweils eine Woche lang. In dieser Woche stehe ich täglich von 11 bis 19 Uhr an der Zentralhaltestelle in der Innenstadt.

Wenn Sie so lange draußen sind, was machen Sie gegen die Kälte?

Warm anziehen, Handschuhe tragen und ab und zu gehe ich in eins der umliegenden Einkaufszentren. Dort wärme ich mich dann ein paar Minuten auf, bevor es weitergeht.

Wie sind denn so die Reaktionen der Menschen, wenn Sie sie um Spenden bitten?

Die Passanten reagieren unterschiedlich. Die meisten sind freundlich oder sagen in einem netten Ton, dass sie nichts spenden möchten. Aber es gibt auch einige, die beleidigend werden, wenn ich sie nach einer Spende frage.

Welche Menschen treffen Sie in der Innenstadt am häufigsten?

Viele sind Rentner, Auszubildende oder Studenten. Die spenden allerdings nur selten etwas. Oft haben sie selbst nicht so viel Geld, um welches für einen Spendenzweck abzugeben.

Wie viele Menschen in Chemnitz entschieden sich im Schnitt nach einem Gespräch mit Ihnen zu spenden?

Im Schnitt kann ich am Tag neun oder zehn Menschen von einer Spende überzeugen. Das ist aber nur ein kleiner Teil von Esdenen, die ich anspreche.

Sind Sie auch mal frustriert, wenn ein Tag nicht so läuft, wie Sie sich das wünschen?

Ja, das gibt es auch. Es ist in den meisten Fällen sehr schwer, Leute zu finden, die spenden möchten oder können.

Wie lange sind Sie denn schon auf Spendensuche?

Ich arbeite seit einem Jahr für eine Agentur, die im Auftrag der Malteser Spender sucht.

Macht Ihnen ihre Arbeit Spaß?

Ja, auf jeden Fall. Ich mag es, Menschen anzusprechen, das fällt mir auch nicht schwer. Und mittlerweile kennt man in jeder Stadt schon ein paar Menschen, die man jeden Tag trifft. Die lernt man dann manchmal auch ein bisschen besser kennen und unterhält sich.


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