Eulendorfer Urgestein in der Hauptrolle

Die Geschichte von Walter Glöckner hat einen Filmemacher inspiriert, das Leben auf dem Dorf zu dokumentieren. Zur Premiere gab es für ihn noch eine ganz seltene Ehrung.

Hainichen/Eulendorf.

Am heutigen Freitag feiert Walter Glöckner in seinem Heimatdorf seinen 90. Geburtstag. Die Gratulantenschar im "Heimateck" in Eulendorf wird groß sein, am Vormittag haben sich neben Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) auch Vize-Landrat Lothar Beier und CDU-Generalsekretär Alexander Dierks angekündigt.

Für den Jubilar war schon am Vorabend des Ehrentages der rote Teppich ausgerollt worden. Im Ratssaal in Hainichen hatte der Dokumentarfilm "Es muss immer was los sein im Dorf" Premiere. Hauptdarsteller: Walter Glöckner. Die Zuschauer waren geladene Gäste. Filmemacher Udo Ziegler aus Hainichen hat den Eulendorfer gut zwei Jahre begleitet, um ein 75-minütiges Porträt über den weit über die Grenzern der Stadt hinaus bekannten Eulendorfer zu zeichnen.

Walter Glöckner, der den familiären Bauernhof in der vierten Generation übernommen hatte, gründete 1984 die Eulendorfer Dreschflegelgruppe, die diese bäuerliche Tradition seitdem wieder bekannter gemacht hat und so manchen Festumzug und auch den "Tag der Sachsen" bereicherte. Glöckner, auch in Kultur und Sport sehr interessiert, sorgt für eine rege dörfliche Gemeinschaft. So wurde schon der Fußballplatz nahe Bockendorf nach ihm benannt. Immerhin hat bereits Moderatoren-Legende Gert Zimmermann vom MDR ein Spiel im Walter-Glöckner-Stadion kommentiert.

Im Film übergibt nun Walter Glöckner den vom Großvater (Ortsbürgermeister von Eulendorf im 19. Jahrhundert) über seinen Vater ererbten "Stafettenstab" im Sinne des Filmtitels nun in der fünften Glöckner-Generation seinem ältesten Sohn Hellmar Glöckner mit dessen Gattin Barbara Glöckner auf den weiteren Gang des Lebens.

Selbst eine seiner Enkelinnen, als Vertreterin der sechsten Glöckner-Generation, ist bereits Ortschaftsrat eines Ortsteiles der Stadt Hainichen geworden. Am 1985 bis 1990 in der Freizeit errichteten Dorfgemeinschaftshaus "Heimateck" hat Walter Glöckner seinen Anteil.

Dieses gesellschaftliche Engagement hat viel Anerkennung gefunden: Empfang beim Bundespräsidenten, Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt Hainichen und unzählige Dankeschöns seiner Weggefährten. Dazu zählen auch viele Feuerwehrleute. Denn der nun 90-Jährige hat vor 75 Jahren bei der freiwilligen Feuerwehr begonnen und ist heute in der Alters- und Ehrenabteilung. Der Kreisfeuerwehrverband zeichnete ihn dafür am Donnerstagabend aus. Der Bürgermeister wagte schon einen Blick auf 2029. "So fit wie er ist, hoffe ich doch sehr, dass wir dann Walter Glöckners 100. Geburtstag feiern", sagte Greysinger.

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