Explosion offenbar durch illegale Böller ausgelöst

Die Polizei hält es für wahrscheinlich, dass die tödliche Detonation in einem Marbacher Haus in Selbstmordabsicht herbeigeführt wurde. Im Dorf herrscht Bestürzung über den tragischen Fall.

Marbach.

In dem Striegistaler Ortsteil Marbach ist am Montagvormittag noch darüber gerätselt worden, was die Ursache der Explosion in einem Einfamilienhaus vom Sonntagnachmittag gewesen sein könnte. Nun hat die Polizei Anhaltspunkte dafür, dass der Tote, den die Feuerwehr in dem Haus nach der Detonation gefunden hatte, die Explosion in suizidaler Absicht herbei geführt hat, wie ein Sprecher der Polizeidirektion am Montag erklärte. Es gebe dafür konkrete Hinweise. Offenbar habe der Mann dazu illegale Pyrotechnik, also Böller, verwendet. "Es ist davon auszugehen, dass die Explosion auf den Umgang mit pyrotechnischen Körpern zurückzuführen ist", so Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart. Das Brandgutachten liege aber noch nicht vor.

Als wahrscheinlich gilt laut Polizei zudem, dass es sich bei dem Toten um den 27-jährigen Bewohner des Einfamilienhauses handelt, der der Sohn der Hausbesitzer war. Ein weiterer 27-Jähriger, der in der ersten Polizeimeldung vom Sonntag noch als 21-Jähriger bezeichnet wurde, hatte die Polizei alarmiert, nachdem er einen lauten Knall in dem Haus gehört hatte. Nach unbestätigten Informationen handelt es sich um den Zwillingsbruder des Hausbewohners. Letzte Gewissheit zur Identität des Toten soll eine rechtsmedizinische Untersuchung erbringen.

Nach der Explosion, bei der kein Brand entstanden war, waren am Sonntagnachmittag 91 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Striegistals zu dem Haus ausgerückt. Der Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst hatte für Aufsehen gesorgt. Im Ort reagierten viele Menschen mit Bestürzung auf die Nachricht vom Fund des Toten, wie der Marbacher Ortsvorsteher Bernd Emmrich erklärte, der selbst als Feuerwehrmann vor Ort war.

Auch weitere Einwohner von Marbach, die anonym bleiben wollten, sprachen von einem "traurigen Vorfall". Die Familie ist, wie die Gemeindeverwaltung bestätigt, langjährig im Ort ansässig. Auch in benachbarten Ortsteilen nahmen Einwohner Anteil an der Tragödie. "Das ist dramatisch", sagte ein Mann aus einem Nachbarort, der auch Striegistaler Feuerwehrleute kennt, die am Sonntag in Marbach im Einsatz waren. Für die ehrenamtlich Aktiven sei es nicht alltäglich, bei einem Einsatz einen Toten zu finden.

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