Feuerwehr: Zwei Jahre Wartezeit auf ein Auto

Hainichen hat nun den Kauf eines Löschfahrzeugs beschlossen. Da mehrere Kommunen den gleichen Typ ordern, wird es für alle günstiger. Die Lieferung erfolgt aber wohl erst 2023.

Hainichen.

Schnell wie die Feuerwehr. Dieser Spruch ist bekannt und die Brandschützer tun alles, um die Einsatzorte binnen weniger Minuten zu erreichen. Geht es um Fahrzeuge und die Technik, die sie dafür benötigen, ist oft Geduld gefragt. Dies gilt auch für die "Sammelbestellung", die fünf mittelsächsische Kommunen ausgelöst haben. Die Lieferzeit für das gewünschte Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 liegt bei 22 bis 24 Monaten.

Der Stadtrat Hainichen hat zur Sitzung am Mittwoch die Vergabe für insgesamt 478.000 Euro einstimmig beschlossen. Bereits zum Jahresende hatte Oberbürgermeister Dieter Greysinger (SPD) die Bestellung mit einer Eilentscheidung ausgelöst. "Ich gehe jetzt von einer Lieferung frühestens im März 2023" aus", sagte Thomas Böhme, der Leiter des Bau- und Ordnungsamtes. Wehrleiter Sandro Weiß rechnet sogar pandemiebedingt mit einer Auslieferung erst im Sommer 2023.

Die Anschaffung des HFL 20 ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Kommunen, das der Freistaat mit zusätzlichen 20 Prozent Fördergeld bezuschusst. Baugleiche Fahrzeuge haben auch Rossau, Waldheim, Geringswalde und Roßwein bestellt. Das Fahrgestell der Marke MAN und der feuerwehrtechnische Aufbau kommt von der Firma Josef Lentner GmbH aus Hohenlinden bei München und ist für alle Kommunen gleich. Kosten: Knapp 355.000 Euro.

"Allein die Bestellung der Fahrgestells bei MAN dauert schon mal ein halbes Jahr", erläutert Böhme. "Dass es gleich fünf Stück sind, ist für die Firma kein Problem, die hat die Kapazitäten." Andere Ausrüster wären zwar schneller gewesen. Ein Expertengremium hatte sich aber nach einer europaweiten Ausschreibung für die nun bestätigte Lösung nach einheitlicher Bewertung geeinigt.

Die Sonderförderung wird laut Böhme greifen, billig sei das neue Auto deshalb aber nicht geworden. Hainichen wird für sein Feuerwehrauto sogar 20.000 Euro mehr ausgeben als Rossau, wo viel altes Material der feuerwehrtechnischen Beladung übernommen wird. In Hainichen kostet die allein 128.000 Euro. Da so viel Geld gar nicht im Haushalt eingeplant war, stimmte der Stadtrat nun einer Erhöhung zu.

"Bei uns ist fast alles neu und auch für besondere Anforderungen ausgelegt", sagte Weiß. Das HLF 20 sei nun mal das wichtigste und schlagkräftigste Fahrzeug der Wehr: Mit 2400 Liter Wassertank, Seilwinde, und Platz für ein Löschgruppe mit neun Personen. In Hainichen wird damit ein 30 Jahre alter Rüstwagen abgelöst. Rossaus Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) kann die lange Lieferzeit auch nicht richtig nachvollziehen, mehr als mehr als 50 Prozent Fördermittel wären aber wichtiger.

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