Fichten mussten weichen - Kleingärtner betrübt

Am Rand des Rossauer Walds sind mehrere Bäume gefällt worden. Auch im Mai und Juni soll im Revier gearbeitet werden. Einem Gartenbesitzer leuchtet aber nicht ein, warum die Kettensäge so oft angesetzt wird.

Rossau.

Die Gartenanlage unmittelbar am Rossauer Wald gleich hinter der Wasserskianlage ist schon etwas Besonderes. Die Kleingärtner genießen hier Ruhe und schätzen die große grüne Lunge vor dem Gartentor. Dort sind in den vergangenen Tagen aber gleich mehrere Fichten gefällt worden. "Alles gesunde Bäume", schimpft Thomas Kramer. "Da war nicht ein Baum schief. Und Sonne haben die uns auch nicht genommen, gleich dahinter stehen auf der anderen Straßenseite ja noch viel höhere Bäume."

Die andere Straßenseite ist der Teil des Rossauer Waldes, der innerhalb der nun schon in die Jahre gekommenen Radrennstrecke liegt. Auch die gefällten Bäume gehören zum Wald und damit zum Staatsbetrieb Sachsenforst. Der zuständige Revierförster Marcel Philipp kann den Ärger des Kleingärtners über die aktuellen Baumfällungen nicht nachvollziehen. "Wir sind nun mal für die Verkehrssicherungspflicht verantwortlich", sagt er. "Diese Bäume mussten wir wegen mangelnder Standfestigkeit fällen lassen." Der Beweis dafür seien die Ausbeulungen im Stamm, darunter sei das Holz morsch. Auch unterirdisch, also im Wurzelwerk, hätten diese acht Fichten schon Fäule aufgewiesen.

Der Forst habe deshalb ein Privatunternehmen beauftragt, um die Gefahr unmittelbar am asphaltierten Rundkurs durch den Wald zu bannen. Thomas Kramer reicht diese Erklärung nicht. "Die Bäume sehen alle noch sehr gesund aus", verteidigt er seinen Standpunkt. Zudem äußerte er die Befürchtung, dass die restlichen Fichten dort auch noch gefällt würden. "Das werden sie auch", so der Revierförster. "Aber erst in späteren Jahren."

Als Ersatzpflanzung für die nun gefällten Bäume seien kleinere Baumarten oder auch eine größere Hecke, in der dann auch Vögel brüten könnten, schon vorgesehen. Dass nach dem 1. März, dem Beginn der Vogelbrutzeit, überhaupt noch gefällt werden darf, kann Philipp begründen: "Bei Gefahr für Leib und Leben ist dies immer möglich. Und die bestand auch in diesem Fall."

Das Rossauer Revier habe in der jüngeren Vergangenheit viel auszuhalten gehabt. Philipp zählt vier schwere Stürme, den starken Schneebruch in diesem Winter und auch massiven Borkenkäferbefall auf. "Wir müssen von mehreren Tausend Festmeter Schaden ausgehen", sagt der Förster. "Genaue Zahlen gibt es noch nicht." Eine Pause werde es bei den Baumfällarbeiten in diesem Jahr kaum geben können. In der nächsten Zeit sei der Wald in Richtung Böhrigen dran, weil dort die Böden trockner sind. "Im Rossauer Wald wird im Mai und Juni wieder gearbeitet", kündigt Philipp an. "Da wird es sicher wieder Beschwerden und Konflikte geben. Mit dem Radsportverein haben bislang aber alle Absprachen gut funktioniert."

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