Fischerschänke öffnet, Jukebox ist dicht

Noch vor Eröffnung der Biergartensaison starten zwei junge Frankenberger Gastronomen in dem Ausflugslokal durch. Zur Neueröffnung gibt es Livemusik. Tote Hose herrscht dafür in einer anderen Lokalität.

Sachsenburg.

Manchmal verändern sich gastronomische Pläne schneller als eine Menüfolge. Vor einigen Wochen noch wollten die Frankenberger Manuela und Heiko Schack zweigleisig fahren: Neben ihrem Altstadt-Lokal Jukebox wollten die Gastronomen ab Mai auch der leerstehenden Fischerschänke in Sachsenburg neues Leben einhauchen. Nun geht es im Ausflugslokal an der Zschopau bereits im März los. Dafür ist die Lokal-Geschichte der Eckkneipe schon wieder beendet.

"Ich bin glücklich. Bessere Leute hätte ich nicht finden können", sagt Gerhard Blum. Der Inhaber des Frankenberger Akzent-Hotels hat die von der Stadt vom Vorbesitzer erworbene, leerstehende Fischerschänke von der Kommune gepachtet. Mit den Schacks hat Blum einen unbefristeten Untermietvertrag über das Ausflugslokal unterzeichnet. "Das wird ein lebhafter Platz", sagt Blum. "Ich unterstütze die beiden, wo ich nur kann."

Eben erst hat der Hotelier die Küche der Fischerschänke wieder auf Vordermann gebracht. Aktuell laufen Schönheitsreparaturen. Die Bestuhlung bleibt, wie sie ist. "Die Fischerschänke ist betriebsbereit", sagt Blum entschlossen. Den Erhaltungszustand der Immobilie bezeichnet er als gut. "Das ist eine solide Geschichte."

Auch zwei Wohnungen befinden sich in dem Gebäude am Fuße der Sachsenburg. Die mit 90 Quadratmetern kleinere kann schon jetzt vermietet werden. In der größeren (150 Quadratmeter) müssen noch die Trockenbauer ran. Für den Neustart des Ausflugslokals sei der temporäre Verlust des Gesellschaftssaales zunächst zu verschmerzen. Diesen hat sich die Stadt für fünf Jahre exklusiv gesichert. Hier entsteht als Zwischenlösung noch im Laufe des Jahres ein Kommunikations- und Dokumentationszentrum, bis die geplante Gedenkstätte für das einstige KZ Sachsenburg fertiggestellt ist. "Momentan stehen im Erdgeschoss 100 Plätze zur Verfügung, im Frühjahr zusätzlich der Biergarten", so Blum. Um sich am Markt zu etablieren, reiche dies aus, meint er.

Zunächst öffnet die Fischerschänke donnerstags, freitags und an Wochenenden. An Sonntagnachmittagen wird es Tanztee geben. Ältere Damen würden immer wieder danach fragen, sagt Blum und kündigt dafür einen Alleinunterhalter aus Chemnitz an. Die dezentrale Lage sieht er nicht als Problem. Spaziergänger und Radwanderer kommen automatisch an der Stelle vorbei und könnten einkehren. Perspektivisch könnte das Lokal auch die gastronomische Betreuung im Schloss Sachsenburg übernehmen. Voraussetzung dafür ist, dass die künftige Nutzung für das Sanierungsobjekt feststeht.

Außerdem möchte Blum sein Hotel mit der Fischerschänke verzahnen. Wenn im Akzent die Kapazitäten erschöpft sind, können Tagungen auch in der Fischerschänke stattfinden. "Wir würden dann einfach den Shuttleservice unternehmen", sagt der Hotelier.

Manuela und Heiko Schack haben gerade alle Hände voll zu tun. Ihre Jukebox haben sie ausgeräumt und sind in die Fischerschänke umgezogen. Verabschiedet haben sich die Gastronomen damit auch von der Idee, neben dem Ecklokal einen Biergarten zu bauen.


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