Fotografin zeigt Mittweida im Detail

In ihrem ersten Bildband lädt die 21-jährige Madeleine Martschink zu einem Stadtspaziergang der besonderen Art ein.

Mittweida.

Den Blick für das, was andere übersehen, hat Madeleine Martschink ihrem Hobby zu verdanken, der Fotografie. Schon im Grundschulalter habe sie die ersten Bilder geknipst, damals noch mit dem Handy, erinnert sich die heute 21-Jährige. Ihre erste richtige Kamera habe sie etwa in der sechsten Klasse bekommen. Es folgten Bücher und Zeitschriften, aus denen sie allerhand Tipps und Tricks lernte, um statt bloßer Schnappschüsse kleine fotografische Kunstwerke anzufertigen. In der neunten Klasse habe sie dann ihre Leidenschaft für die Makrofotografie entdeckt - Nahaufnahmen, die kleinen Details zu großer Wirkung verhelfen.

In ihrer Heimatstadt Mittweida hat Madeleine Martschink viele kleine Kostbarkeiten ausgemacht, die manch anderem in der Hektik des Alltags kaum auffallen dürften. "Früher war es bei mir genauso", sagt sie. "Erst durch die Fotografie habe ich angefangen, mehr auf die Einzelheiten meiner Umgebung zu achten." Die will Martschink, die als technische Systemplanerin arbeitet, nun auch ihren Mitbürgern näher bringen. Im Selbstverlag hat sie ein Buch mit dem Titel "Mittweida im Detail" veröffentlicht. Auf rund 230 farbigen Fotografien zeigt sie die Stadt darin so, wie sie sie wahrnimmt. "Ich wünsche mir, dass die Leute offener durch die Welt gehen", erklärt Martschink. So seien etwa die Häuserfassaden in Mittweida gespickt mit Verzierungen. "Aber die bemerkt man normalerweise gar nicht", bedauert sie.

Nicht nur Häuserwände hat die junge Fotografin ins Bild gesetzt. In ihrem Buch finden sich auch Nahaufnahmen des vom Bildhauer Hanns Diettrich geschaffenen Brunnens zwischen Auensteig und Lauenhainer Straße, des Löwenkopfs an der Rathaustür, der Außenwand der Kita "Regenbogen", die im vergangenen Jahr neu gestaltet wurde, oder der ehemaligen Verteidigungsanlage im Stadtpark an der Zschopau. Dem Richard-Stücklen-Bau hat Madeleine Martschink mit einem sogenannten Lensball zu besonderer Wirkung verholfen: einer Vollglaskugel mit einem Durchmesser von 90 Millimetern, in dem sich neben der goldenen Fassade des Bauwerks auch die Umgebung spiegelt.

"Auf den Bildern habe ich das für mich Wesentliche in den Vordergrund gestellt", erklärt die 21-Jährige. "Das was jeder sofort sieht, ist nur unscharf im Hintergrund."

Das Buch "Mittweida im Detail" ist im Bürger- und Gästebüro der Stadt, dem Besucherzentrum T9 und den Buchläden Welt der Bücher und Dier Books für 12,50 Euro erhältlich.

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