Frankenberg ist auf der Zielgeraden

Noch 88 Tage bis zur Eröffnung der Landesgartenschau. Millionen sind in die Stadt geflossen. Jetzt wird ein Bewirtschaftungskonzept erstellt, für die Zeit nach der Großveranstaltung.

Frankenberg.

Die Stadt Frankenberg hat in den vergangenen sechs Jahren mehr Fördermittel beantragt und bekommen, als die Landeshauptstadt Dresden. Das erklärte Michael Klöppl, Referatsleiter für Städtebau und EU-Förderung im Sächsischen Innenministerium, am Sonntag zum Neujahrsempfang im Veranstaltungs- und Kulturforum "Stadtpark" in Frankenberg. "Machen Sie weiter so, vielleicht wird Frankenberg ja mal Landeshauptstadt", sagte er weiter.

Klöppl erntete dafür nicht nur Lacher, sondern auch den Beifall der reichlich erschienenen Gäste. Und den Dank von Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU), denn "ohne Ihre Unterstützung wäre manches Projekt nicht entstanden". 25 Millionen Euro kostet laut Firmenich nach derzeitigem Stand die Landesgartenschau, dazu zählen die Landschaftsparks, der Straßenbau in der Innenstadt und die "Schlangen"-Brücke. "Die Stadt trägt davon 3,8 Millionen Euro, das entspricht einem Eigenanteil von 15 Prozent", so der Bürgermeister weiter.

Und nach der Landesgartenschau? Die Kosten für die Pflege und den Erhalt seien kalkuliert und im Haushalt der Stadt eingestellt. Die Blumenrabatten sollen nach dem Großereignis verschwinden, sie würden das meiste Geld bei der Pflege kosten. "Für die großen Flächen erstellt die Stadt derzeit ein Bewirtschaftungskonzept", erklärte Firmenich.

Und auch der Landkreis Mittelsachsen hält sein Versprechen und unterstützt das Event finanziell: Landrat Matthias Damm (CDU) übergab am Sonntag einen symbolischen Scheck über 60.000 Euro an die Stadt. Zudem verkündete Damm, dass sich der Landkreis mit mehreren Sehenswürdigkeiten auf einer Fläche, die den Grundriss des Landkreises darstellt, präsentiert. Dafür gebe es eine Kooperation mit dem "Klein Erzgebirge" Oederan. "Zahlreiche Objekte werden aufgebaut, wie Schloss Augustusburg, die Rochsburg oder die Paltrockmühle in Gersdorf", so Damm. "Hut ab vor dem, was schon erreicht ist und davor, was noch erreicht wird", sagte Damm. Die Landesgartenschau werte die Stadt und die Region auf.

Keine andere Investition habe Frankenberg in den vergangenen 25 Jahren so nachhaltig verändert, wie die Landesgartenschau, betonte Firmenich in seiner Ansprache. Das Mühlbachtal sei nicht öffentlich zugängig gewesen, Pachtgärten und bruchfällige Gebäude hätten das Bild bestimmt. "Der Mühlbach wurde so renaturiert und umgebaut, dass er statistisch gesehen ein 100-jährig wiederkehrendes Hochwasser auffangen kann", so Firmenich. Ein Geh- und Radweg sei entstanden, der das Tal erschließe und das Neubaugebiet über den Hammerbusch mit dem Baderberg und damit der Innenstadt verbinde.

Dass die Zschopauaue zum "Erlebnisraum" ausgebaut werden konnte, sei vor allem dem Hochwasserschutz, den der Freistaat für 21 Millionen Euro gebaut hat, zu verdanken. Entstehen konnte so auch der Rad- und Gehweg entlang der Zschopau. "Die Gemeinde Lichtenau hat ihn auf ihrer Seite fortgeführt, sodass Frankenberg nun mit Lichtenau verbunden ist und später hoffentlich auch mit Braunsdorf", erklärte der Bürgermeister.

Aber auch der Zustand der Straßen in Frankenberg, vor allem in der Innenstadt, habe sich deutlich verbessert. Die Gesamtlänge der städtischen Straßen betrage 72 Kilometer. Dank Fördermittel habe die Stadt 2017 und 2018 für 6,9 Millionen Euro immerhin 2,5 Kilometer davon erneuern können.

Firmenich erinnerte am Sonntag daran, dass in genau drei Monaten, am 20. April, die Eröffnungsfeier zur Landesgartenschau stattfindet. "Und wir sind dann wirklich mit allen Baumaßnahmen fertig, das verspreche ich Ihnen. Wir haben es ja fast schon geschafft", sagte er.


Als Dank für das Ehrenamt gibt es Eintrittskarten für die Landesgartenschau

Der Freistaat hat den Landkreisen zur Stärkung des kommunalen Ehrenamtes jeweils 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Stadt Frankenberg hat davon 1800 Euro erhalten. Die Stadt reicht das Geld in Form von Eintrittskarten für die Landesgartenschau an die Vereinsvorsitzenden weiter. Bürgermeister Thomas Firmenich übergab zum Neujahrsempfang den ersten vier Vereinen - Mittelalterliche Bergstadt Bleiberg, Kunst- und Kulturverein, SV Barkas und SV Turbine - die Eintrittskarten. Die anderen Vereine erhielten ihre Gutscheine zum Tag der Begegnungen, der unmittelbar nach dem Neujahrsempfang stattfand. In Frankenberg sind fast 100 Vereine aktiv. 13 davon sind Sportvereine, in denen 2100 Bürger Mitglied sind, knapp 41 Prozent sind unter 18 Jahre alt.

Das Interesse an der Landesgartenschau ist offensichtlich groß. Laut Bürgermeister wurden bisher mehr als 4900 Dauerkarten verkauft, das seien mehr als doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Zudem wurden bereits 7700 Tageskarten an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht.

Tickets für die Landesgartenschau gibt es in allen "Freie Presse"-Shops. Alle Veranstaltungen im Bereich der Landesgartenschau an zwei Bühnenstandorten sind im regulären Ticketpreis kostenfrei enthalten, so auch die Auftritte von Firebirds (22. April), Rudy Giovannini (12. Mai), Frank Schöbel (4. August), Gerhard Schöne (11. August). Ausnahme bildet die Sonderveranstaltung "Leuchtende Gärten" im Mühlbachtal vom 20. September bis 5. Oktober. Der Eintritt für Erwachsene kostet 16 Euro, mit Leserkarte der "Freien Presse" 15 Euro. Erwachsene können damit eine beliebige Anzahl eigener Kinder oder Enkel bis einschließlich 17 Jahre kostenfrei mitnehmen. Weitere Beiträge lesen Sie im Internet. www.freiepresse.de/laga2019

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