Frankenberg will Fischerschänke kaufen

Dank Mitteln aus der Städtebauförderung kann die Stadtverwaltung unter die Gaststättenbesitzer gehen. Noch muss der Stadtrat zustimmen. Aber ein Betreiber für das Lokal steht schon bereit.

Frankenberg.

Die Stadtverwaltung will die leerstehende Gaststätte "Fischerschänke" im Ortsteil Sachsenburg erwerben. Das bestätigte Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) am Donnerstag auf Anfrage. Der Stadtrat soll dafür auf seiner nächsten Sitzung am 26. Juni grünes Licht geben. Im Saal über der Gaststätte möchte die Stadt noch in diesem Jahr ein Kommunikations- und Dokumentationszentrum als Interim bis zur Eröffnung der geplanten Gedenkstätte für das ehemalige KZ Sachsenburg einrichten. "Damit treten wir den Beweis an, dass sich Frankenberg ernsthaft für die Gedenkstätte stark macht", so Firmenich. "Mit dem Saal geht es einfach schneller."

Nach ihrer Schließung steht die Gaststätte zum Verkauf. "Durch den Erwerb möchten wir verhindern, dass das Lokal in die Hände von Leuten gerät, die nicht zu unseren Vorstellungen von Stadtentwicklung passen", sagte Firmenich. Er könne sich durchaus vorstellen, dass das abgelegene Ausflugslokal bei Extremisten auf Interesse stoße. Von konkreten Kaufinteressenten wisse er allerdings nichts. "Das Haus soll in der Mitte der Gesellschaft bleiben", sagte Firmenich. Er sehe die "Fischerschänke" als Teil des Gebäudeensembles von Schloss Sachsenburg und der geplanten Gedenkstätte.


Nach Verhandlungen mit dem Verkäufer Heinz Zühlke einigten sich beide Parteien auf einen Kaufpreis von 450.000 Euro für das 2566 Quadratmeter große Grundstück und das Lokal. Da circa 45.000 Euro Nebenkosten für den Kaufvertrag hinzu kommen, belaufen sich die Gesamtkosten auf 495.000 Euro.

"Als Betreiber für die Gaststätte und Nutzer für das Gebäude hat sich Gerhard Blum, Eigentümer und Betreiber des Akzent Hotels Am Dammplatz, angeboten", so der Bürgermeister. Der Hotelier zahle für die auf 30 Jahre vereinbarte Nutzung einmalig einen Erbpachtzins von 120.000 Euro sowohl jährlich Erbbauzins. Weil zu diesen Einnahmen noch 350.000 Euro Förderung hinzu kommen, die der Freistaat laut Firmenich bereits als Städtebauförderung zugesagt habe, beschränken sich die städtischen Ausgaben für den Immobiliendeal auf 25.000 Euro.

Thomas Firmenich hat keine Bauchschmerzen, dass Steuermittel für den Kauf einer leerstehenden Gaststätte ausgegeben werden. "Es geht hier um Stadtentwicklung", so der Bürgermeister. Die Stadt verfolge Entwicklungsziele. Auch für das Schloss Sachsenburg und die geplante Gedenkstätte würden öffentliche Gelder ausgegeben. "Wenn das Lokal weiterbetrieben würde, hätten wir nicht gehandelt."

Dass noch der alte Stadtrat über diesen Eckpfeiler der Frankenberger Stadtentwicklung befinden soll, findet Firmenich ebenfalls in Ordnung. "Auch der neu gewählte Stadtrat wird noch genügend Entscheidungen von solcher Tragweite treffen", sagte das Stadtoberhaupt.

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