Frankenberg will künftig mehr Schulmobile einsetzen

Stadt organisiert ab kommendem Schuljahr die Beförderung der Kinder auf andere Weise

Frankenberg/Oederan.

Die Stadt Frankenberg will ab kommendem Schuljahr die Schülerbeförderung neu organisieren. Das betrifft vor allem Gymnasiasten, die in Oederaner Stadtteilen wohnen. Damit reagiert die Kommune auch auf Kritik von Eltern, die befürchteten, dass künftig der Transport ihrer Kinder deutlich teurer werden könnte. "Freie Presse" fasst zusammen, welche Änderungen die Kommune nun plant.

Wie ist derzeit der Schülertransport aus Richtung Oederan nach Frankenberg organisiert?

Derzeit gibt es noch das Angebot der Stadt Frankenberg, den Transfer von Schülern zumindest am Morgen aus kleineren Ortschaften wie Memmendorf zum Martin-Luther-Gymnasium in Frankenberg mit stadteigenen Schulmobilen zu organisieren. Der sogenannte Morgenbus ist dabei für die Eltern kostenfrei. Den nutzen derzeit 47 Kinder. Weil einige Oederaner Ortsteile nicht so gut ans Netz des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) angebunden sind, wie es für die Schülerbeförderung nötig wäre, wurden von der Stadt auch zwei Zubringer-Fahrzeuge eingesetzt, welche die Kinder am Wohnort abholen und zu einem Anschlussbus bringen. Nach der Schule nutzen viele Kinder das Angebot des ÖPNV, um nach Hause zu kommen. An dieser Regelung soll sich bis Schuljahresende nichts ändern.

Welchen Vorschlag hat die Stadt nun den Eltern unterbreitet?

Ab kommendem Schuljahr wird die stadteigene Linie eingestellt und auf die bestehende ÖPNV-Linie für die Schüler aus Schönerstadt und Oederan verwiesen. Hier ist der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) für die Organisation zuständig. Wie viele Schüler dann hier künftig das öffentliche Busnetz nutzen werden, will die Stadt dem ZVMS übermitteln. Der soll auch prüfen, ob die Anschlüsse bei Umstiegen gewährleistet sind. Dazu meldet die Kommune die Anzahl der zu erwartenden Schüler an den Verband, damit die Transportkapazitäten geprüft und die Anschlüsse bei den Umstiegen gewährleistet werden können. Auch der Bedarf an zusätzlichen Haltestellen soll geprüft werden. Zudem will Frankenberg eine Schulträgervereinbarung mit dem ZVMS abschließen, um Schüler von Ortschaften wie Memmendorf oder Wingendorf mit stadteigenen Schulmobilen zu fahren. Das betrifft 13 bis 16 Kinder.

Steigt damit der finanzielle Aufwand für die Eltern?

Ja, denn bisher war das Transportangebot der Stadt Frankenberg für die Kinder aus den kleineren Oederaner Ortsteilen kostenfrei. Nun müssten deren Eltern über einen Antrag beim ZVMS zur Beförderung ihrer Kinder einen Eigenanteil von 145 Euro (weiterführende Schulen) beziehungsweise 110 Euro (Grundschulen) pro Schuljahr zahlen. Diese Kosten tragen auch viele andere Eltern im Landkreis für die Schülerbeförderung. Dafür erhalten sie aber auch eine Schülerverbundkarte, mit der die Kinder nicht nur mit dem Bus zur Schule, sondern zum Beispiel auch nach Chemnitz fahren können. Diese Verbundkarte würden nun die Schüler von Frankenberger Schulen aber nicht erhalten, welche mit stadteigenen Mobilen fahren. Sie könnten dafür nur das Angebot zum Transfer zwischen Wohnort und Schule nutzen.

Spart die Stadt Frankenberg bei dieser Lösung Geld ein?

Die jährlichen Ausgaben für die von der Stadt organisierte Schülerbeförderung betragen laut Verwaltung bisher zwischen 26.000 und 36.000 Euro. Angesichts weiter steigender Schülerzahlen musste die Stadt auch mit weiter steigenden Kosten rechnen, an denen sie die Eltern in früheren Überlegungen auch stärker beteiligten wollte. Nun ist diese höhere finanzielle Belastung - im Gespräch war ein Kostenanteil von 450 Euro pro Schuljahr - abgewendet. Doch auch die Stadt Frankenberg rechnet mit geringeren Kosten, weil nun der ZVMS mit im Boot ist. "Wir haben dann künftig weniger Kosten als jetzt", bestätigte die Chefin des Eigenbetriebs Bildung der Stadt Frankenberg, Sandra Saborowski.

Was muss die Stadt jetzt noch tun, um die neue Regelung auch praktisch umsetzen zu können?

"Wir müssen für die neuen Angebote an Schüler im Bereich Oederan noch zwei Fahrzeuge anschaffen und suchen Fahrer mit Personenbeförderungsschein", erklärte Sandra Saborowski. Das ist eine der wesentlichen Aufgaben, die noch anstehen.

Warum engagiert sich die Stadt für die Schülerbeförderung?

Eigentlich ist in Mittelsachsen der ZVMS beauftragt, die Schülerbeförderung mit Busunternehmen wie Regiobus zu organisieren. Die Stadt Frankenberg hatte aber bereits 2011 begonnen, mit stadteigenen Fahrzeugen den Transport von Schülern aus dem Bereich Oederan sowie Auerswalde (Lichtenau) zu organisieren. Letztlich sollte damit die Attraktivität des Schulstandortes Frankenberg gestärkt werden. Denn so wurden Eltern motiviert, ihre Kinder in Frankenberg zum Beispiel am Gymnasium anzumelden. Von anfänglich 15 Schülern ist die Zahl der in stadteigenen Fahrzeugen mitfahrenden Schüler von Gymnasium, Oberschule und Evangelischer Grundschule auf nun 64 Schüler im nächsten Schuljahr gestiegen.

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