Frankenberg will Parkchaos vermeiden

Zur Landesgartenschau 2019 soll das Parken in der Innenstadt auf zwei Stunden begrenzt werden. Die Einwohner erhalten jedoch einen Bewohnerparkausweis ohne zeitliche Beschränkung. Für Gäste gibt es Großparkplätze.

Frankenberg.

Die Landesgartenschau 2019 in Frankenberg wirft ihre Schatten voraus - zumindest, was die Parksituation in der Innenstadt betrifft und die damit verbundene Belastung für die Bewohner. Die Stadt erwartet vom 20. April bis 6.Oktober etwa 200.000 bis 300.000 Besucher. Aus Erfahrungen bisheriger Landesgartenschauen gehe hervor, erklärte Ralf-Peter Regner, Beigeordneter der Stadt Frankenberg, dass 80 Prozent mit dem eigenen Pkw anreisen.

Einig waren sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses des Stadtrates auf ihrer Sitzung am Dienstagabend, dass nur durch zeitlich eingeschränktes Parken die Gäste aus der Innenstadt herausgehalten werden können. Damit die Bewohner aber dennoch Parkplätze finden, sollen sie einen Bewohnerparkausweis erhalten, mit dem sie die Stellflächen uneingeschränkt nutzen können.

Laut Regner sind für die Gäste der Landesgartenschau zwei zusätzliche Parkplätze geplant. Einer befindet sich auf der Bauwiese hinter der Gartensparte an der Schlachthofstraße. "Er ist teilweise geschottert und bietet bei gutem Wetter 700Plätze, bei Nässe 400", berichtete der Beigeordnete. Gleich daneben wird es einen Ausweichparkplatz geben, der unbefestigt bei schönem Wetter ebenfalls 700 Stellplätze hat.

Die Gäste müssen dort aber eine Gebühr von 2 Euro bezahlen, worin der Busshuttle bereits enthalten ist. "Die Besucher werden eventuell versuchen, sich diese Gebühren zu sparen und sich mit ihrem Auto Parkplätze in der Nähe der vier Haupteingänge suchen wollen", so Regner.

Das wäre sowohl für die Bewohner als auch für die Gewerbetreibenden ein Problem. "In der Innenstadt gibt es viele Parkplätze, die zeitlich nicht eingeschränkt sind", so Regner weiter. Von Stadträten habe es auch den Vorschlag gegeben,sie mit einer Schranke zu sichern. "Doch allein der Dammplatz hat mehrere Zufahrten, dort elektronische Schranken aufzustellen, würde teuer", argumentierte Regner. Deshalb sollen nun die Parkplätze in der Zeit von 8 bis 18 Uhr auf eine Parkdauer von zwei Stunden beschränkt werden. Betreffen würde das zum Beispiel die großen Parkplätze Am Graben, Parkdeck, Stadtpark und Dammplatz sowie die Stellplätze an den Straßen Am Damm, Carolastraße, Altenhainer Straße, Chemnitzer Straße und Hammerbusch. "Mit ihrem Bewohnerparkausweis könnten die Bewohner jedoch diese Parkplätze uneingeschränkt nutzen", so Regner.

Streitpunkt ist aber noch, ob die Bewohnerparkausweise für alle während der Landesgartenschau zeitlich eingeschränkten Parkplätze gelten, oder auf einen je nach Wohn- oder Arbeitsort beschränkten Bereich ausgeschrieben werden. Für Letzteres plädierte Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU). "Die Lehrer am Gymnasium zum Beispiel könnten einen Parkausweis für die Stellplätze Am Graben erhalten", erklärte er. Auch CDU-Stadtrat Andreas Schramm sprach sich für eingeschränkte Bereiche aus.

Dagegen spreche, so Regner, der damit verbundene große Verwaltungsaufwand. "Die individuelle Situation ist sehr unterschiedlich. Der eine hat seinen Garten in der einen Ecke der Stadt, wohnt aber in einer ganz anderen Ecke. Wir müssten also praktisch jeden Fall einzeln behandeln", argumentierte er.

Grundsätzlich sprachen sich die Stadträte für den Bewohnerparkausweis aus, wo er überall gelten soll, müsse noch geprüft werden. Auch steht noch nicht fest, welche Gebühren die Bewohner dafür zahlen müssen. "Sie sollte aber sehr moderat gestaltet werden", sagte Regner.

Fest steht: Für die Kontrolle der Parkplätze reichen die bisherigen Ordnungskräfte der Stadt nicht aus. "Der gemeindliche Vollzugsdienst wird deshalb aufgebaut, das ist nur mit zusätzlichem Personal möglich", betonte Firmenich. 3000 bis 5000 Euro plant die Stadt zudem für die zusätzlichen Schilder ein, die vom Bauhof angebracht werden sollen.

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