Frankenberger debattieren über Sanierung von Ehrenmalen

Der Ehrenhain in der grünen Lunge Lützeltal ist in einem ungepflegten Zustand. Die Diskussion über diesen Missstand hat ungeahnte Folgen.

Frankenberg.

Dieser Antrag hat das Zeug, Grabesstille zu beenden. Die Mitglieder des Hauptausschusses der Stadt haben am Montag über ein AfD-Papier beraten. Die Fraktion wollte im Stadtrat beantragen, dass der Bürgermeister die Kosten für eine Restaurierung für das Ehrenmal im Ehrenhain des Lützeltals bestimmen lässt. Der Gedenkort für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges befinde sich in keinem angemessenen Zustand. "Leider verfällt er von Jahr zu Jahr mehr", so Fraktionssprecher Jürgen Stein. Die Inschrift "Erde vergeht, Liebe besteht, Tote - wir finden Euch im Gebet" sei kaum noch zu lesen.

Iris Firmenich (CDU) schloss sich der Zustandsbeschreibung an. "Das Thema ist wichtig", sagte das Ausschussmitglied. Man solle es aber weiter fassen. Auch die Soldatengräber im Stadtgebiet sollten betrachtet werden. Aufbauend auf einer umfassenden Analyse könne dann ein Fahrplan mit klaren Prioritäten erstellt werden. "Die Kostenermittlung ist ein Teil davon", so Iris Firmenich. Ihre Partei wolle daher beantragen, dass die Stadtverwaltung eine Gesamtkonzeption Erinnerungskultur erstellen solle. Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) leistete Schützenhilfe und unterstrich, dass es nicht nur um ein Objekt gehe: Schließlich müsse Frankenberg auch die entstehende Gedenkstätte Sachsenburg sowie den ehemaligen Jugendwerkhof auf dem dortigen Schloss im Auge haben. "Wir brauchen einen komplexeren Ansatz", sagte der Bürgermeister.

Dem widersprach Thomas Goebel, Ausschussmitglied der AfD. "Warum sollten wir nicht mit einem Denkmal anfangen?", fragte er in die Runde. "Es gibt Leute, die wollen für eine konkrete Hausnummer spenden", unterstützte ihn Jürgen Stein.

Ramona Weber, die für die Fraktion Die Linke/SPD im Aussschuss sitzt, stimmte Iris Firmenich "im Grundsatz" zu. Sie schlug vor, der Bauhof solle sich zunächst um das unmittelbare Umfeld des Ehrenmals kümmern. Dort lauerten viele Stolperstellen.

Oliver Gerstner (CDU) erinnerte daran, dass es vor Jahren bereits eine Beräumung am Ehrenhain gegeben habe. 2016 hatten Kinder, Jugendliche und Erwachsene des ADHS-Landesverbandes aufgeräumt. Dies war ihr Beitrag zur 48-Stunden-Aktion des Kreisjugendringes. Die Aktion war damals mit dem Rathaus abgestimmt. Die Stadtverwaltung hatte vorab Gras mähen lassen. Die Aktivisten selbst fegten dann Laub, entfernten Moos vom Gedenkstein, verlegten Steine neu und machten Wege und Treppen wieder begehbar. "Eine solche Aktion könnten wir in diesem Frühjahr durchführen", schlug Gerstner vor.

Rings um das Ehrenmal Ordnung schaffen - dafür sprach sich auch Falko Schurig von den Freien Wählern Frankenberg aus. Über die Kosten solle zunächst nachgedacht werden. "Das Denkmal soll aber nicht gleich komplett saniert werden", forderte Schurig. Das sei mit dem Antrag auch nicht beabsichtigt gewesen, hielt Thomas Goebel entgegen. Nach der Debatte vom Montag werde das Papier aber überarbeitet. "Wir stellen einen erneuten Antrag, der dann alle Denkmale einschließt", so der AfD-Mann. Über diesen sowie den CDU-Antrag soll der Stadtrat am 5. Februar entscheiden.

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