Freibad in Hainichen soll saniert werden

Der Stadtrat hat schon den Baubeschluss gefasst. Für das Zwei-Millionen-Projekt fehlt jedoch noch die Fördermittelzusage.

Hainichen.

Läuft alles nach Wunsch, dann könnte schon zum Saisonstart im Mai 2021 das Freibad in Hainichen komplett modernisiert wieder eröffnen. Der Stadtrat hat sich zur Sitzung am Mittwoch geschlossen zur Sanierung bekannt und einen entsprechenden Baubeschluss gefasst. Dabei wird von Gesamtkosten von knapp 2 Millionen Euro und einer Förderung von rund 1,5 Millionen Euro ausgegangen. Eine konkrete Ausführungsplanung, die etwa 80.000 Euro kostet, soll aber nur erfolgen, wenn eine Fördermittelzusage vorliegt.

"Es wäre zu schön, um wahr zu sein", sagte Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) zur Stadtratssitzung und versprach allen Räten ein Glas Sekt auszugeben, wenn es klappt. Die Stadt habe alles getan, um überhaupt an den neuen Fördertopf zu kommen. Nun stehe man an erster Stelle der Warteliste. Der Wunsch, das Bad zu sanieren, bestehe aber schon viel länger. Bereits 2016 hatte die Stadt laut Bauamtsleiter Thomas Böhme eine Vorplanung erstellen lassen.

Die Pläne landeten jedoch in der Schublade, weil es keinerlei Fördermöglichkeiten gab. Die eröffneten sich jedoch im Vorjahr, als in das Programm "Vitale Ortskerne im ländlichen Raum" auch die Freibäder aufgenommen wurden. Für ganz Sachsen stehen insgesamt jedoch nur 25 Millionen Euro zu Verfügung, Hainichen will davon etwa acht Prozent abhaben und damit ein Viertel der Gesamtkosten der Sanierung abdecken.

Geplant ist kein Umbau zu einem Spaß- oder Erlebnisbad. "Es geht vor allem um die Erneuerung der Technik, insbesondere der Filteranlage", erklärt der Bürgermeister. Zur Gewährleistung der hygienischen Verhältnisse müssen laut Bauverwaltung auch die technischen Anlagen den Anforderungen entsprechen. So sei vor allem die Wasseraufbereitung in die Jahre gekommen und habe ein hohes Ausfallrisiko. "Die Filter sind schon lange Zeit unser Sorgenkind", so Böhme.

Neben der Modernisierung der Wasseraufbereitung solle auch in die Durchströmung des 50-Meter-Beckens investiert werden. Das werde mit der Sanierung ein wenig schmaler. Aktuell misst das große Becken 27 Meter, nach dem Umbau sollen es noch etwas mehr als 23 Meter in der Breite sein. Grund dafür seien die an den Rändern noch zu errichtenden Schwallwasserrinnen, eine Art Überlauf. In Hainichen gibt es bislang ein geschlossenes Becken ohne Überlauf. Üblich sei bei modernen Bädern ein Schwallwasserbehälter. Damit würden die schrägen Wände der Vergangenheit angehören, allerdings nur im oberen Bereich des Beckens. Zum Plan gehöre außerdem, das Pumpenhaus auf ein städtisches Grundstück zu setzen.

Vorgesehen ist laut Böhme auch eine Sanierung des Drei-Meter-Turms. Zudem soll das Ein-Meter-Brett wieder errichtet werden. Das habe es in früheren Jahren schon gegeben. Für das Planschbecken sollen neue Geräte wie zum Beispiel eine kleine Rutsche sowie diverse Spielsachen angeschafft werden.

Geplant ist, bereits im September dieses Jahres mit den Arbeiten zu beginnen. Damit würde man laut Stadtverwaltung keine Saison einbüßen, weil die Sanierung nur bis Mai 2021 dauern soll. "Alles steht und fällt jedoch mit den Fördermitteln", betont Greysinger. Er hofft, dass sogar noch im Januar eine Entscheidung in Dresden fällt und zeigt sich "verhalten optimistisch."

Schon im Dezember 2019 hatte Hainichen als eine der ersten Kommunen einen Antrag auf Förderung eingereicht. Zudem wurde die wasserrechtliche Genehmigung beantragt. "Ohne die Förderung würde unser Bad nicht mehr lange existieren", gibt der Bürgermeister zu bedenken. "Es muss gebaut werden, eine weitere Verschiebung macht die Sache nur noch komplizierter."

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