Freiberger Spezialisten bauen das neue Chemnitzer Stadion

Das Ingenieurbüro Phase 10 hat das Projekt CFC-Arena geplant und setzt es derzeit um. In den nächsten Monaten warten große Herausforderungen auf das Team. Weil der Spielbetrieb weiterhin laufen muss, sind genaue Abläufe schwer zu planen.

Freiberg.

Die Großbaustelle an der Gellertstraße in Chemnitz muss noch einmal besonders gründlich aufgeräumt werden. Denn gleich nebenan findet am Samstag das letzte Saisonspiel des Chemnitzer FC in der Dritten Fußballliga statt. Der Schlusspfiff dieses Spiels ist gleichzeitig der Startschuss für die heiße Phase des Stadionumbaus. Und den plant und leitet mit Phase 10 ein Ingenieurbüro aus Freiberg. "Wenn die neue Saison beginnt, sollen Nord- und Südtribüne fertig sein", sagt Dirk Westphal, Projektleiter des Unternehmens.

Im Juni 2013 hatte das Bieterkonsortium BAM Sports den Zuschlag für das knapp 25 Millionen Euro teure Projekt Stadionumbau erhalten. Bauherr für die 15.000Fans fassende, reine Fußball-Arena ist die Stadt Chemnitz. Mit Phase 10 aus Freiberg ist ein Unternehmen aus der Region beteiligt, das bereits bei zahlreichen anderen Großprojekten im Sportplatzbau beteiligt war.


Die Freiberger sind dafür verantwortlich, dass der Umbau bis Ende des kommenden Jahres bei laufendem Spielbetrieb fertig wird. "Genau dort liegt die größte Herausforderung", sagt Chef Ronny Erfurt.

Denn schon seit Februar dieses Jahres, als die ersten Bagger im Stadion anrückten und mit der Südtribüne als erstes die "Heimat" der eingefleischten CFC-Fans dem Erdboden gleich machte, müssen die Planer etliche Vorschriften und Besonderheiten beachten. Dazu zählt, dass zu jedem Zeitpunkt Platz für 10.000 Zuschauer und deren Sicherheit gewährleistet sein müssen. "Feuerwehrzufahrten, Fluchtwege und alle notwendigen Abtrennungen der Fanblöcke müssen den Richtlinien des Deutschen Fußballbundes entsprechen", erklärt Projektleiter Dirk Westphal.

Zu diesem Zweck gibt es immer dienstags vor einem Heimspiel eine Begehung vor Ort. Die Vorgaben müssen dann umgesetzt werden. Auch vor zwei Tagen mussten die Verantwortlichen das Stadion abschreiten. Oder zumindest das, was davon übrig ist.

Denn die beiden "kurzen" Seiten gibt es nicht mehr. Nord- und Südtribüne sind abgerissen und abgetragen. Derzeit laufen die Fundamentarbeiten für den Neubau. Wie genau es im Sommer weitergeht, können selbst die leitenden Ingenieure von Phase 10 noch nicht sagen. "Wir müssen erst auf den neuen Spielplan warten, ehe wir die nächste Bauphase planen können", sagt der Projektleiter.

Fest steht aber, dass mit Saisonstart die Südtribüne mit mehr als 5000 Stehplätzen und auch die Nordtribüne in Betrieb genommen werden sollen. Die Haupttribüne wird als nächstes abgerissen und neu errichtet, die VIP-Gäste werden dann vorübergehend in Zelten versorgt. Im kommenden Jahr ist die Osttribüne an der Reihe. Auch Freianlagen und Parkplätze rund um das Stadion werden geschaffen.

Und natürlich bekommt auch das Herz des Stadions ein neues Aussehen. "Der Rasen bleibt mit der von uns eingebauten Heizung drin, aber der Abstand zu den Zuschauerrängen wird verändert und muss überall das vom DFB vorgegebene Mindestmaß von 7,50 Metern haben", sagt Phase-10-Geschäftsführer Ronny Erfurt. Auf ihn und sein Team wartet zudem eine ganz besonders knifflige Aufgabe. Die alten Fluchtlichtmasten sollen auch im neuen Stadion leuchten, müssen dafür aber fünf Meter höher gesetzt werden. "Wann genau wir das machen können, hängt vom Spielplan ab", sagt Erfurt. "Dass wir das noch nicht wissen, macht das ganze Projekt zusätzlich spannend."

Kurt Lange aus Flöha besucht regelmäßig die Heimspiele der Himmelblauen. "Nachdem die Stadt Chemnitz viel für die Kultur getan hat, ist jetzt der Sport dran. Das finde ich sehr gut", sagt der Flöhaer Stadtrat. Er will auch zum Saison-Halali am kommenden Samstag gegen Stuttgart II im alten Stadion dabei sein. "Da könnte ich mir in Gedanken schon mal ausmalen, wo ich künftig sitzen kann", sagt Kurt Lange und schmunzelt.

Die Freude auf die neue Sportstätte ist auch bei Jörg Lieberwirth groß. Der Leubsdorfer zählt mit seiner Familie im Stadion der Gellert-straße seit Jahren zu den treuen Fans. "Ich habe zuletzt das neue Stadion in Dresden besucht. Das weckte dann in mir eine regelrechte Vorfreude auf den Bau in Chemnitz. Dort soll ja innerhalb des Stadions auch ein Familienblock mit Kinderbetreuung eingerichtet werden. Das finde ich stark." (mit kbe)

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