Geburtshilfe: Rathauschef hofft noch auf Erhalt

Nach Schließung redet Leisniger Bürgermeister mit Klinikleitung

Leisnig.

Offenbar ist das letzte Wort zur Schließung der Geburtsstation an der Helios Klinik in Leisnig noch nicht gesprochen. So ist am Donnerstagnachmittag ein Gespräch mit dem Leisniger Bürgermeister Tobias Goth (CDU) und Sebastian Heumüller, Geschäftsführer der Helios-Region Ost, vereinbart. Laut dem Rathauschef ist dazu eine Videokonferenz geplant.

Der Bürgermeister erhofft sich nach eigener Darstellung von dem Gespräch, dass es in der Folge doch noch eine Lösung für den Erhalt der Geburtsstation in Leisnig gibt.

Helios hatte am 28. Dezember mitgeteilt, dass die Schließung der Geburtsstation nicht nur vorübergehend, sondern endgültig sei. Künftig würde Schwangeren als Alternative die Aufnahme in der Helios-Klinik in Schkeuditz angeboten. Daraufhin hatten der Bürgermeister, die CDU-Fraktion im Leisniger Stadtrat und weitere Kommunalpolitiker um ein Gespräch mit der Klinikleitung gebeten. Unterstützung kam unter anderem auch von Henning Homann, dem Kreisvorsitzenden der SPD Mittelsachsen. "Eine wohnortnahe Entbindung muss gewährleistet werden. Wir wollen Mittelsachsen kinder- und familienfreundlich gestalten und zukunftssicher machen, da ist die Abschaffung des stationären geburtshilflichen Angebots genau das falsche Signal", argumentierte Homann.

Durch die geschlossene Geburtenstation entsteht eine medizinische Versorgungslücke im ländlichen Raum Mittelsachsens. Die nächste Entbindungsstation befindet sich im Mittweidaer Klinikum, daneben gibt es noch weitere stationäre Geburtshilfen in Freiberg sowie im Nachbarlandkreis in Borna. "Die Wege zur nächsten Geburtsstation werden inakzeptabel lang", sagte Homann.

Laut Helios wurde die Geburtenstation aufgrund von fehlendem Fachpersonal geschlossen. Es könne in Leisnig keine dauerhafte qualifizierte stationäre Betreuung werdender Mütter rund um die Uhr aufrechterhalten werden. Einen solchen personellen Engpass gab es in der Klinik nicht zum ersten Mal. Bereits im Jahr 2019 musste Helios die Geburtsstation über die Osterfeiertage vorübergehend schließen. Zu dieser Zeit fiel die Hälfte der Hebammen aus.

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