"Gemeinde bekennt sich zur Feuerwehr"

Der Rossauer Bürgermeister will im neuen Jahr nicht nur Straßenbrücken bauen - Investiert wird 2020 auch in den Zusammenhalt im Dorf

Rossau.

Im vergangenen Jahr wurde der Neubau der Kindereinrichtung an der Hauptstraße fertiggestellt. Krippe und Kindergarten sind nun gemeinsam in einer modernen Einrichtung untergebracht. Pünktlich zum Jahresende wurde die Hauptstraße in Oberrossau nach zweijähriger Bauzeit wieder für den Verkehr freigegeben. Dazu ist erstmals auch ein Gehweg gebaut worden, was für die Kinder den Weg zum Schulbus sicherer macht. Für Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) steht im neuen Jahr einiges auf der Agenda, was das Gemeindeoberhaupt im Gespräch mit Falk Bernhardt erläuterte.

In welche Projekte investiert Rossau 2020 das meiste Geld?

Dietmar Gottwald: Die kostenintensivste Baumaßnahme wird der Neubau einer Brücke am Rubinberg im Ortsteil Greifendorf in Höhe von 365.000 Euro sein. Weitere Baumaßnahmen sind in den Ortsteilen Greifendorf, Moosheim und Seifersbach vorgesehen. In Seifersbach werden wir die 2019 begonnene Instandsetzung der Straße "Siedlung" fortsetzen. In Moosheim ist vorgesehen, für etwa 204.000 Euro die komplette Straßenbeleuchtung zu erneuern. Des Weiteren hoffen wir auf Fördermittel für eine multifunktionelle Begegnungsstätte, die ebenfalls in Moosheim für ca. 133.000 Euro eingerichtet werden soll. Die Gemeinde bekennt sich zur stetigen Modernisierung ihrer Feuerwehr. Der Gemeinderat hat bereits beschlossen, gemeinsam mit vier anderen Städten und Gemeinden in einem Verbund für Rossau ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20) zu beschaffen. Dafür muss die Gemeinde einen Eigenanteil in Höhe von rund 225.000 Euro aufbringen.

Was ist liegen geblieben und soll jetzt angegangen werden?

Begonnen wurde der Ausbau der Straße "Zum Zschopautal" in Dreiwerden, der auch noch zum Jahresende freigegeben werden konnte. An diesem Straßenabschnitt muss in den nächsten Jahren aber noch intensiv weitergebaut werden.

Was ist die größte Herausforderung für Rossau, seine Bürger und seine Verwaltung?

Breitband ist ein Thema, welches uns in den nächsten Monaten und Jahren unter den Nägeln brennt, da der Ausbau faktisch bis jetzt noch nicht spürbar stattgefunden hat. Es gibt vereinzelte Bereiche im Gemeindegebiet, wo ausgebaut wurde. Viele warten aber seit Jahren auf vernünftige, zukunftsorientierte Lösungen. Wir müssen es einmal schaffen, mit unseren Netzen nicht immer dem Bedarf hinterher zu arbeiten, sondern Breitbandnetze anbieten, in denen genügend Kapazitäten vorhanden sind. Das kann nur der Ausbau mit Glasfasernetz sein.

Was wünschen Sie sich vom Landratsamt und vom Freistaat für Ihre Arbeit?

Im Gemeindegebiet befinden sich noch zwei Kreisstraßen, die in einem ziemlich desolaten Zustand sind. Dort würde ich mir wünschen, dass der Freistaat beziehungsweise das Landratsamt entsprechende Planungen aufnimmt und diese beiden Straßen - "Hauptstraße" in Niederrossau und die Straße "Zum Zschopautal" in Schönborn-Dreiwerden - in ihr Ausbauprogramm aufnimmt.

Was ist von der Offensive des Freistaates zur Stärkung des ländlichen Raumes in Ihrem Ort konkret angekommen?

Positiv für uns war die Unterstützung des Freistaates mit finanziellen Mitteln zur Stärkung des ländlichen Raumes, wobei wir jährlich über einen Betrag in Höhe von 70.000 Euro verfügen konnten. Mit dieser Möglichkeit selbstständig entscheiden zu können, wofür die Mittel des Freistaates eingesetzt werden, bekommen wir ein gutes Instrument in die Hand, auf Gegebenheiten zu reagieren und nicht erst Fördermittel beantragen zu müssen. Wir könnten uns vorstellen, dass der Betrag etwas erhöht wird.

Erst jüngst sind eine Reihe von Sparkassenfilialen in der Region geschlossen worden. Welche Erfahrungen haben die Bürger gemacht, sind Sie mit der Versorgung der Kunden zufrieden?

In der Gemeinde Rossau gab es in letzter Zeit keine Filiale. Wenn in den Städten Döbeln, Waldheim, Hainichen und Mittweida Filialen oder Automaten existieren, ist das für uns in Ordnung.

Welche Höhepunkte stehen dieses Jahr im Ort an?

In der Gemeinde werden, wie in jedem Jahr, traditionelle Feste und Veranstaltungen durch die Vereine vorbereitet und durchgeführt. Eines der größten ist das Seifersbacher "Schützen- und Vereinsfest", welches wir wieder begehen werden.

Was würde Sie 2020 besonders freuen?

Wenn wir für die geplanten Maßnahmen die entsprechenden Fördermittel erhalten.

Was bereitet Ihnen für Ihre Arbeit und in Ihrem Ort Kopfzerbrechen?

Das ist zum Beispiel der Zustand von einigen Vereinen aus dem Gemeindegebiet. Wie überall haben die Vereine mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Oftmals findet sich niemand, der den Verein weiterführt. Bis jetzt haben wir immer entsprechende Lösungen gefunden, aber in naher Zukunft zeichnet sich ab, dass sich der eine oder andere Verein auflösen wird.

Ist eine Fusion mit einer der Nachbargemeinden noch oder wieder ein Thema?

Momentan gibt es dazu keinerlei Ansätze. fa

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